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Modenschauen : Alta Moda - italienische Mode der höchsten Klasse

  • Aktualisiert am

Ein schmales Kleid von Egon von Fürstenberg bei den Modenschauen in Rom Bild: dpa

An diesem Mittwoch gehen die Alta-Moda-Schauen in Rom zu Ende. FAZ.NET zeigt die schönsten Ensemble.

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          Bis zu diesem Mittwochabend zeigen die kreativsten unter besten Modedesignern Italiens ihre Kleiderkunst an diesem Mittwoch vor der Kulisse der „Spanischen Treppe“. In den Tagen zuvor ging es keineswegs nur um äußere, es ging auch um innere Werte.

          „Ich habe so viele Frauen angezogen, dass ich irgendwann neugierig darauf wurde, wie sie wohl
          von innen aussehen“, sagt Guillermo Mariotto, Chefdesigner der römischen Maison Gattinoni. Deshalb sind die neuen Kreationen des gebürtigen Venezuelaners eine einzigartige Reise ins Innere des menschlichen Körpers mittels eines Mikroskops, das die schillernde Farbenwelt von Arterien, Muskeln und Hormonen in den Mittelpunkt der Mode rückt. Beim Gattinoni-Defilee der römischen Alta-Moda-Tage hagelte es für die ehrgeizige Kollektion immer wieder Beifall.

          Kleiderkunst und Wissenschaft

          Ein Besuch in der römischen Universität „La Sapienza“, wo Mariotto für die neue Kollektion den menschlichen Körper studierte, überzeugte ihn gänzlich von seiner Idee, den Menschen in Mode zu verwandeln: „Durch das Mikroskop sieht man eine unglaubliche Galaxie von Farben, Formen und Spiralen. Das Testosteron scheint ein exotisches Federkleid zu sein, Betakarotin ein leuchtender Farbspritzer von grün bis orange und schwarz, die Eustachische Röhre entwickelt schier unvorstellbare Muster, genauso wie Poren, Hormone, Blutkörperchen“, schwärmte der 37-Jährige - und machte sich an die Arbeit.

          Fausto Sarli mit einem gewagten Entwurf für ein Abendkostüm bei den Alta Moda Schauen in Rom

          Alle vorgeführten Modelle sind organischen Ursprungs. So wie die rote Lederjacke, die aus 72 verschiedenen Schnittmustern gestaltet wurde, die die Muskelbinden darstellen. Oder die schalenartigen schwarzen Mäntel, die Mariotto „Behälter“ nennt, „weil sie die Seele umschließen sollen“.

          Der teuerste Entwurf ist ein „Zellenkleid“ für 30 000 Euro, bei dem 700 handbemalte Organza-Blättchen verarbeitet wurden. Höhepunkt der Schau ist eine Licht-Kreation: Ein traumhaftes Abendkleid, bei dem Kristalle auf Tüll gestickt wurden. Und als Besonderheit schickte Mariotto ganz unverblümt ein im neunten Monat schwangeres Modell im bauchfreien Top auf den Laufsteg. „Die Poesie hat verhindert, dass wir ins Makabre abrutschten“, erklärte der Modeschöpfer anschließend.

          Viel Beifall erntete auch die neue Kollektion von Raffaella Curiel. Für ihre opulente Hommage an Russland kombinierte die Stilistin, die bereits seit vielen Jahren bei den römischen Alta- Moda-Tagen präsent ist, weiche Formen mit antiken Stoffen und ethnischen Schmuckstücken. Ihre 64 Kreationen wurden im prunkvollen Rahmen der Residenz des russischen Botschafters von 21 russischen Models präsentiert.

          Den Abschluss der Modetage in der Ewigen Stadt bildet am Mittwoch das traditionelle Defilee über die Spanische Treppe. Als Stargäste werden unter anderem Frankreichs Supermodel Laetitia Casta für Roberto Cavalli, Naomi Campbell für Blumarine und Grace Jones für Philippe Treacy erwartet.

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