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Mobbing an Schulen : Vorbeugen hat Grenzen

Schüler gehen aufeinander los: Geht es nach Ämtern und Institutionen, soll es so weit gar nicht erst kommen. Bild: Picture-Alliance

Dass Kinder und Jugendliche unter Gleichaltrigen leiden, geschieht auch unter den Augen von Lehrkräften. Immer wieder wird Mobbingprävention gefordert – aber wie soll die aussehen?

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          Eine elfjährige Schülerin der Hausotter-Grundschule in Berlin-Reinickendorf hat sich wahrscheinlich das Leben genommen. Das war die Schreckensnachricht, die in der vorigen Woche die Berliner Winterferien beherrschte. Schnell wurde über Gründe spekuliert, allzu schnell eine Antwort gefunden. Das Mädchen sei in der Schule gemobbt worden, hieß es seitens einiger Eltern. Aus der Vermutung wurde eine Tatsache, aus der Tatsache eine Ursache. Das Mobbing müsse zum Suizid geführt haben, so einfach schien die Erklärung, so schlüssig die verhängnisvolle Verkettung von Umständen, als bekannt wurde, dass es schon länger Probleme in der Schule gegeben haben soll. Bestätigt sind diese Informationen nicht. Die Staatsanwaltschaft hat sich zur Todesursache noch nicht geäußert, mit Details zum mutmaßlichen Suizid hält sich die Berichterstattung zurück, um Nachahmungen zu vermeiden.

          Hannah Bethke
          Feuilletonkorrespondentin in Berlin.

          Ungeachtet dessen hat der Vorfall eine bundesweite Debatte über Mobbing in der Schule ausgelöst, die reflexhaft auf das immer gleiche Stichwort zurückgreift: Prävention. Ein Versäumnis an präventiven Maßnahmen wird dort erkannt, wo die Katastrophe schon eingetreten ist, mehr Prävention dann gefordert, wenn es darum geht, wie eine derartige Eskalation hätte vermieden werden können. Bundesfamilienministerin Giffey schickt „Anti-Mobbing-Profis“ und „Respekt-Coaches“ an die Schulen. Das kürzlich erneuerte Berliner Schulgesetz sieht die Einrichtung von Krisenteams vor. Eine Kita-Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung empfiehlt „vorurteilsbewusste Bildung“ in der frühkindlichen Pädagogik.

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