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Millionenerbin und It-Girl : Gloria Vanderbilt ist tot

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„Eines meiner Geheimnisse ist, dass ich immer verliebt bin“: Vanderbilt im Jahr 1954 Bild: AFP

Geld, Schönheit und ein berühmter Nachname: Gloria Vanderbilt entstammte einer der großen amerikanischen Geldaristokratien – und hatte berühmte Männer und Liebhaber. Jetzt ist New Yorks It-Girl gestorben.

          Gloria Vanderbilt war noch keine zwei Jahre alt, da hatte sie schon mehr Geld geerbt, als viele Menschen in ihrem ganzen Leben verdienen. Noch bevor sie Teenager war, lag ein erbitterter Sorgerechtsstreit zwischen ihrer Mutter und ihrer Tante hinter ihr, der weltweit Schlagzeilen machte. An ihrem 18.Geburtstag war sie bereits mit einem Hollywood-Produzenten verheiratet, drei weitere Ehen sollten folgen.

          Das moderne Prinzessinnenleben mit all seinen Höhen und Dramen füllte die Boulevardblätter weltweit und machte die Millionenerbin der berühmten amerikanischen Eisenbahndynastie zu einem der bekanntesten Society-Lieblinge Amerikas. Nun ist Vanderbilt im Alter von 95 Jahren gestorben, wie ihr Sohn, der CNN-Moderator Anderson Cooper, mitteilte.

          Bis zuletzt lebte Vanderbild an einer von New Yorks schicksten Adressen, dem Beekman Place am East River. Mit weit über 80 Jahren sorgte sie das letzte Mal für Aufregung, als sie ein erotisches Buch veröffentlichte. „Ich habe zwei sehr spießige Freundinnen, die waren total dagegen. Eine von ihnen hat gesagt, dass ich meinen Ruf ruinieren werde“, sagte Vanderbilt einmal. Aber sie habe dieses Buch als jüngere Frau nicht schreiben können. „Das einzige, was mir peinlich wäre, ist ein schlechtes Buch und das einzige, über das ich mir wirklich Sorgen gemacht habe, waren meine Kinder.“

          Vanderbilt 2016 bei einem Vortrag zum Dokumentarfilm „Nothing Left Unsaid“

          Geboren wurde Vanderbilt 1924 als einziges Kind des Eisenbahn-Erben Reginald Vanderbilt und seiner zweiten Frau Gloria Morgan. Ihr Ur-Ur-Großvater war der Patriarch und Gründer des millionenschweren Dampfschiff- und Eisenbahn-Imperiums, Cornelius Vanderbilt. Nach der Vanderbilt-Dynastie sind in den Vereinigten Staaten unter anderem eine Universität, mehrere Straßen in Manhattan und eine große Halle in New Yorks Hauptbahnhof Grand Central benannt. Die Großfamilie besaß - und besitzt zum Teil immer noch - eine Reihe von Luxusimmobilien an exklusiven Orten, darunter das Biltmore Estate im Bundesstaat North Carolina, das größte Haus des Landes. Ihr Vater starb an einer Alkoholvergiftung, als seine Tochter noch keine zwei Jahre alt war - und vererbte ihr mehrere Millionen Dollar.

          Ihre Mutter zog zwischen Paris, London und New York umherzog und hatte wechselnde Liebhaber. Glorias Tante Gertrude Vanderbilt Whitney missfiel der Lebenswandel ihrer Schwägerin und sie klagte vor Gericht um das Sorgerecht für Gloria, das sie nach einem spektakulären und von riesigem Medieninteresse begleiteten Prozess auch bekam. Das Verhältnis zwischen Gloria Vanderbilt und ihrer Mutter blieb bis zu deren Tod 1965 gestört.

          Vanderbilt studierte Kunst und wurde Malerin und Designerin, vor allem für Mode. Auch eine Reihe von Parfüms wurden unter ihrem berühmten Namen verkauft. Aber Vanderbilt zerstritt sich mit ihren Geschäftspartnern, denen sie Betrug vorwarf, bekam Probleme mit der Steuer - und verlor so einen Großteil ihres Vermögens. Die große Tragödie ihres Lebens geschah 1988, als sich einer ihrer Söhne vor ihren Augen vom Balkon stürzte. 

          Viermal war Vanderbilt verheiratet: Mit dem Hollywood-Produzenten Pat DiCicco, dem Dirigenten Leopold Stokowski, dem Regisseur Sidney Lumet und dem Autor Wyatt Emory Cooper. Stars wie Marlon Brando („flüchtig, aber schön“), Gene Kelly („wie Brando“), Howard Hughes („sehr diskret“) und Frank Sinatra („magisch“) waren unter ihren Liebhabern. Trotzdem behauptete Vanderbilt bis zuletzt: „Ich weiß nichts über Männer.“

          „Eines meiner Geheimnisse ist, dass ich immer verliebt bin“, sagte sie einmal der „New York Times“. Und: „Ich bin entschlossen, das Beste zu sein, was ich kann, so lange ich es kann.“

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