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Militärhistoriker im Interview : „Die legen wir um!“

Deutsche Soldaten 2013 in Kundus Bild: dpa

Haben deutsche Soldaten Gefangenen-Exekutionen der Amerikaner in Afghanistan verschwiegen? Und wie viele haben illegal in Jugoslawien gekämpft? Ein Gespräch mit dem Militärhistoriker Sönke Neitzel über unglaubliche Vorwürfe und die Zukunft der Bundeswehr.

          14 Min.

          Bewunderung, Skepsis, Ablehnung: Das Verhältnis der Deutschen zu ihrem Militär war immer heikel, wie Sönke Neitzel in seinem neuen Buch „Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik – eine Militärgeschichte“ zeigt. Doch für die einfachen Soldaten, die kämpfen und im Einsatz auch töten sollen, hat sich nach seiner Analyse in den vergangenen 150 Jahren in der dem Militär eigenen Logik nicht viel geändert. Dieses „soldatische Handwerk“, losgelöst von Zielen und politischen Umständen, betrachtet Neitzel manchmal auf geradezu provozierend wirkende Weise separat, weil man sonst, so sein Argument, das Wesen des Militärs und die Einstellung insbesondere der Kampftruppen nicht verstehen kann. Was dieser Befund für das Geschichtsbild, das Selbstverständnis und die Perspektiven der heutigen Armee bedeutet, erläutert er hier.

          Rainer Schmidt

          Verantwortlicher Redakteur Frankfurter Allgemeine Quarterly.

          Herr Neitzel, was würden wir verlieren, wenn wir morgen die Bundeswehr abschaffen würden?
          Zuallererst außenpolitisches Gewicht, denn die Bundeswehr hat für uns aktuell vor allem die Bedeutung, in der Nato, in der EU und im UNO-Kontext einen militärischen Beitrag leisten zu können. Würden wir sie auflösen, wäre das vorbei – und viele Partner, insbesondere unsere baltischen Freunde, würden uns den Vogel zeigen.

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