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Missbrauchsskandal : Metropolitan Opera verklagt Dirigenten Levine

  • Aktualisiert am

James Levine mit dem Boston Symphony Orchestra im Jahr 2006 Bild: AP

Eine interne Untersuchung hat neue Missbrauchsfälle an der Met hervorgebracht. Den beschuldigten Dirigenten James Levine verklagt das Opernhaus nun – als Erwiderung seiner Klage.

          Die Metropolitan Opera in New York zieht wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen ihren langjährigen künstlerischen Leiter, den Stardirigenten James Levine, vor Gericht. In der am Freitag beim Zivilgericht in New York eingereichten Klage führt das Opernhaus sieben Fälle sexuellen Missbrauchs auf, die im Zuge einer internen Untersuchung ans Licht gekommen seien.

          In der Klage wirft die Met dem Künstler vor, von Mitte der siebziger Jahre bis 1999 sieben Männer missbraucht oder belästigt zu haben. Das berühmte Opernhaus fordert mindestens 5,85 Millionen Dollar (knapp 5 Millionen Euro) Entschädigung von dem Dirigenten, weil er nicht die erforderliche Loyalität gezeigt und dem Ruf sowie den Finanzen des Hauses geschadet habe.

          Die Met weist in ihrer Klage auch die Vorwürfe von Levine zurück. Dieser hatte nach seinem Rauswurf im März das Opernhaus wegen Vertragsbruchs und Diffamierung verklagt. Levine forderte 5,8 Millionen Dollar Entschädigung. Der Dirigent wies alle Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs zurück und warf der Leitung des Opernhauses vor, die #MeToo-Debatte um sexuelle Gewalt auszunutzen, um sich an ihm zu rächen.

          Die mutmaßlich missbrauchten Männer werden nicht namentlich genannt. In der Klage wird der Fall eines zunächst noch jugendlichen Musikers aufgeführt, den Levine ab 1986 zu gegenseitiger Masturbation gezwungen haben soll. Er soll ihm im Laufe der Jahre rund 50.000 Dollar gezahlt haben. Dargelegt wird auch der Fall eines Opernsängers, den Levine nach einer Aufführung gewaltsam geküsst und gestreichelt haben soll.

          Fünf der sieben Fälle waren laut der „New York Times“ bislang nicht bekannt. Die Zeitung hatte Anfang Dezember zusammen mit der „New York Post“ den Skandal öffentlich gemacht.

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