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Zusammenarbeit mit Recherchebüro : Wie Facebook  „Fake News“ in Deutschland bekämpfen will

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So stellt sich Facebook eine Fake-News-Warnung vor Bild: AP

In den Vereinigten Staaten hatte Facebook nach der Wahl bereits Maßnahmen gegen „Fake News“ angekündigt. Jetzt hat das Unternehmen eine Strategie für Deutschland präsentiert. Und kommt dabei günstig weg.

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          Facebook will im Jahr der Bundestagswahl auch in Deutschland härter gegen die Verbreitung gefälschter Nachrichten vorgehen. Als Partner werde das Recherchezentrum Correctiv von Nutzern gemeldete Inhalte prüfen und gegebenenfalls als zweifelhaft auszeichnen, kündigte das weltgrößte Online-Netzwerk am Sonntag an. Außerdem sollen ähnlich wie in den Vereinigten Staaten die Möglichkeiten, mit sogenannten Fake-News Geld zu verdienen, eingedämmt werden. Facebook war unter massive Kritik geraten, nachdem sich im amerikanischen Wahlkampf in großem Stil Falschmeldungen über das Netzwerk ausbreiteten.

          Die Nutzer werden die Möglichkeit bekommen, einen Beitrag als potentielle Falschmeldung zu markieren, erklärte der zuständige Facebook-Manager Guido Bülow. Damit werde ein mehrstufiger Prozess der Prüfung eingeleitet, am Ende werde neben einem Beitrag mit als falsch erkannten Informationen ein entsprechender Warnhinweis stehen, sowie eventuell ein Link zu einem Artikel mit tatsächlichen Fakten. „Das Posting an sich verschwindet nicht auf der Plattform, wir verstecken es nicht, Leute können es weiterhin teilen“. Der Warnhinweis bleibe aber bei der weiteren Verbreitung angeheftet. „Es kann auch sein, dass wir bei unglaubwürdigen Artikeln die Sichtbarkeit reduzieren.“

          Filter gegen Klickschleudern?

          Im amerikanischen Wahlkampf sollen einige Websites ein gutes Geschäft damit gemacht haben, aufsehenerregende Nachrichten zu erfinden: Sie wurden von Nutzern angesehen und weiterverbreitet, die dabei angezeigte Werbung führte zu entsprechenden Einnahmen. Dagegen will Facebook nun vorgehen, wie in den Vereinigten Staaten bereits Mitte Dezember angekündigt wurde. „Wenn es sich um Klickschleudern handelt, die in der Vergangenheit schon häufiger mit Fälschungen aufgefallen sind, könnte es für das System ein Signal sein, sie eher herauszufiltern“, erklärte Bülow.

          Correctiv bekommt kein Geld von Facebook. „Wir sind überzeugt, dass alles getan werden muss, um der Verbreitung von gefälschten Nachrichten in sozialen Netzwerken entgegenzutreten“, erklärte der Leiter des Recherchezentrums, David Schraven. Facebook will auch weitere Partner für den Kampf gegen gefälschte Nachrichten gewinnen.

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