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Zum Tod von Jörg Pleva : Der Mann, der um sein Leben rannte

Jörg Pleva (1942-2013) Bild: dpa

Der Schauspieler Jörg Pleva ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Mit seiner Rolle in dem Fernsehfilm „Das Millionenspiel“ wurde er berühmt. Seine Stimme begeisterte auch den Regisseur Stanley Kubrick.

          Mit einer Rolle ist Jörg Pleva in die Geschichte des Fernsehens eingegangen. Das war in dem Fernsehfilm „Das Millionenspiel“ von Wolfgang Menge und Tom Toelle. 1970 gedreht, nahm dieses Stück als bitterböse Satire eine Entwicklung vorweg, die das Fernsehen in den kommenden Jahrzehnten nehmen sollte: Um der Sensation willen waren – in diesem Fall - alle Mittel erlaubt.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Alle Mittel, das hieß beim „Millionenspiel“: Ein Mann wird von Killern gejagt, die eine Abschussprämie bekommen, die Fernsehzuschauer sind bei der tödlichen Hatz per Kamera dabei, eine Direktübertragung des Horrors.

          Seine Darstellung bleibt präsent

          Jörg Pleva spielte den Showkandidaten Bernhard Lotz mit einer Eindringlichkeit, die denjenigen, die den Film gesehen haben, präsent bleibt. In Serien wie „Die Schwarzwaldklinik“, „Unsere Hagenbecks“ und „Drei Damen vom Grill“ hatte Pleva prominente Nebenrollen, er trat im „Tatort“ und der Serie „Der Kommissar“ auf. 1987 war er in der Politsatire „Das Wahlergebnis“ zu sehen, in dem Fernsehzweiteiler „Martin Luther“ spielte Pleva Kaiser Karl V., 1983 die Titelrolle in „Joseph Süß Oppenheimer“.

          Als Synchronsprecher wusste ihn der Regisseur Stanley Kubrick besonders zu schätzen, Pleva sprach für „Uhrwerk Orange“, „Barry Lyndon“ und „Shining“ Hauptrollen ein. Er machte Hörspiele und spielte an Theatern im ganzen Land, am Theater am Turm in Frankfurt, am Forum Theater in Berlin und schließlich am Ernst-Deutsch-Theater in Hamburg, wo er auch Regie führte. 

          Spross einer Künstlerfamilie

          Seine Ausbildung absolvierte Pleva am Staatstheater Stuttgart, sein Debüt gab er dort in Carl Zuckmayers „Hauptmann von Köpenick“. In Stuttgart wurde Jörg Pleva auch am 23. Juni 1942 als Spross einer Künstlerfamilie geboren, seine Mutter war Ballettmeisterin an der Komischen Oper Berlin, sein Vater Pianist.

          Jörg Pleva ist, wie erst jetzt bekannt wurde, schon am vergangenen Donnerstag gestorben. Er wurde 71 Jahre alt. Die Trauerfeier, teilte seine Agentin Verena de la Berg mit, habe im Stillen stattgefunden. „Das ist ein großer, schwere menschlicher Verlust.“

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