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Zum Tod von Claus Jacobi : Vom „Spiegel“ zu Springer

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Claus Jacobi (4. Januar 1927 bis 17. August 2013) Bild: dpa

Seit den 1970er Jahren galt Claus Jacobi als eine Edelfeder im Hause Springer. Zuvor war er Chefredakteur des „Spiegels“ - und wurde während der „Spiegel“-Affäre von 1962 verhaftet. Mit 86 Jahren ist er nun in Hamburg gestorben.

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          Im Alter von sechsundachtzig Jahren ist der Publizist Claus Jacobi in der Nacht zum Samstag in Hamburg gestorben. Seine journalistische Karriere begann 1948: Er war zunächst Volontär, dann politischer Redakteur bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ und ging dann als  politischer Korrespondent des „Spiegels“ nach Bonn und Washington. Von 1962 bis 1968 führte er das Magazin als Chefredakteur gemeinsam mit Johannes K. Engel.

          Während der „Spiegel“-Affäre im Oktober 1962 wurde Jacobi gemeinsam mit Engel festgenommen, auch Herausgeber Rudolf Augstein wurde im Zuge der Affäre verhaftet. Während seiner Tätigkeit als Chefredakteur konnte er die Auflage des „Spiegels“ von 400.000 auf eine Million Exemplare mehr als verdoppeln.

          Diese Steigerung erklärte er einmal mit dem Hinweis, dass „der ,Spiegel' früher in weiten Passagen ein polemisches Blatt mit negativen Akzenten“ gewesen sei und sich erst unter seiner Führung zu einem „echten Nachrichtenmagazin“ entwickelt habe. Anfang 1966 schloss Jacobi einen neuen Zehnjahresvertrag. Schon 1969 aber trennte sich „Der Spiegel“ von ihm, weil Augstein im Bundestags-Wahljahr ein politisch stärker akzentuiertes Blatt favorisierte.

          Von Redaktionsspitze zu Redaktionsspitze

          Für Jacobi folgten weitere Spitzenpositionen: Nach einem Ausflug zum „Stern“ fing er, 1927 als Sohn eines hanseatischen Kaufmanns geboren, 1970 bei der „Welt am Sonntag“ an. 1973 kam er zur Chefredaktion der „Wirtschaftswoche“. Von dort aus ging er 1974 aufs Neue zum Springer Verlag, wo er an der Redaktionsspitze von „Welt“ und „Welt am Sonntag“ stand. Auch die „Bild“-Zeitung prägte er mit, seine Kolumne hieß „Mein Tagebuch“.

          Jacobi veröffentlichte mehrere Bücher, zuletzt eine Biographie des Verlegers Axel Springer (2005) und eine Würdigung des Hamburger Kaufmanns und Mäzens Hubertus Wald (2010). In ihrem Nachruf bezeichnete ihn die „Welt am Sonntag“ als einen „Jahrhundertjournalisten“.

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