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Schauspieler Hans Korte tot : Er war „Der König von St. Pauli“

  • Aktualisiert am

Hans Korte (1929 - 2016). Bild: dpa

Hans Korte spielte und inszenierte am Theater. Im Fernsehen war er in vielen Serien zu sehen, in Dieter Wedels Mehrteilern hatte er Hauptrollen. Jetzt ist der Schauspieler im Alter von 87 Jahren gestorben.

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          Der Schauspieler Hans Korte ist tot. Er sei im Alter von 87 Jahren bereits am 25. September gestorben, bestätigte ein Freund der Familie einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Der Schauspieler stand auf vielen großen Theaterbühnen und führte selbst Regie. Er spielte in zahlreiche Fernsehfilmen und Serien mit, darunter „Der große Bellheim“, „Der König von St. Pauli“ und „Lutz & Hardy“. Am vergangenen Sonntag wurde er beigesetzt, in aller Stille, wie seine Witwe Barbara Rath-Korte in einer Traueranzeige in der Zeitung bekanntgab.

          Begonnen hatte der am 8. April 1929 in Bochum geborene Korte 1950 am Augsburger Theater, wo er - ohne Schauspielausbildung, Franz Schönthans „Der Raub der Sabinerinnen“ inszenierte. Er spielte am Theater in Dortmund, Gelsenkirchen, Kassel und in Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen und am Hamburger Thalia Theater. Dort spielte er 1970 die Titelrolle in Friedrich Dürrenmatts „König Johann“. Von 1974 bis 1979 gehörte Hans Korte dem Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels an. Er spielte den Mephisto in Goethes „Faust“, Peachum in der „Dreigroschenoper“ und den Dorfrichter Adam in Kleists „Der zerbrochene Krug“. In den siebziger Jahren inszenierte Korte an der Bayerischen Staatsoper „Die Geschichte von Soldaten“ von Igor Strawinsky und „Simplicius Simplizissimus“ von Karl Amadeus Hartmann.

          Hauptrollen bei Dieter Wedel

          Nach zwei Filmen - „Abschied von Gestern„ (1966) und „Aus einem deutschen Leben„ (1977) - wandte sich Hans Korte verstärkt auch dem Fernsehen zu. Er trat in Unterhaltungsfilmen ebenso auf wie in zeitkritischen Stücken. Für seine Rolle des Oberstudiendirektors Himmler in „Der Vater eines Mörders“ nach der Erzählung von Alfred Andersch erhielt er 1988 den Deutschen Darstellerpreis.

          Als Seriendarsteller trat er in den neunziger Jahren in „Lorentz und Söhne“, „Haus am See“, „Leib und Seele“ und in Dieter Wedels ZDF-Vierteiler „Der große Bellheim“ (1993) auf. Im Jahr darauf spielte Korte neben Karl Lieffen in der Krimiserie „Lutz & Hardy“. In  „Der König von St. Pauli“ übernahm Korte 1997 anstelle des erkrankten Günter Strack die Hauptrolle des Schurken - den er im Fernsehen eher selten gab. Im Jahr 2001 sah man ihn als Ex-Kommissar in dem „Tatort: Brennendes Schweigen“, 2004 in dem Fußball-Kinofilm „Aus der Tiefe des Raumes ... mitten ins Netz!“, und 2006 in der Fernsehreihe „Arme Millionäre“. 

          Im Alter von siebzig Jahren begann Korte, Hörbücher prominenter Autoren einzusprechen. Für Aufnahmen wie „Das Parfüm“ von Patrick Süskind oder „Erklärt Pereira“ von Antonio Tabucchi erntete er das Lob der Kritiker: Korte habe mit der Lesung von Tabbucchis Buch dessen Helden „neues Leben eingehaucht“ und „die Bildmacht des Kinos besiegt“, befand im Jahr 2008 zum Beispiel die F.A.Z.

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