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Zukunftsblicke : Was willst du mit dem iPad, sprich!

  • -Aktualisiert am

Ein iPad in einem Eisblock Bild: dapd

Noch wissen weder Verleger noch Leser genau, wie sie Apples magisches Gerät nutzen sollen. Es wäre die Chance für eine Renaissance des Blattmachens.

          5 Min.

          Das Gerät verzaubert. Man konnte es am Funkeln in den Augen von Mathias Döpfner sehen, dem Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer, als er in einer amerikanischen Talkshow vom iPad wie von einem Wunder schwärmte. Man kann es aus den Verlautbarungen der Verlage lesen, in denen plötzlich die „Magie“ beschworen wird, die die Inhalte ausstrahlen.

          Und die Marktforscher erleben es, wenn sie das Gerät Testpersonen geben. Plötzlich halten die Menschen eine ganze Welt in ihren Händen, können sie anfassen und intuitiv mit dem Finger auf dem Touchscreen bewegen, Fotos leuchten - manchmal soll es schwer sein, die Versuchspersonen dazu zu bringen, sich konkret über die Anwendung eines Verlages, die sie bewerten sollen, zu äußern und nicht mehr für das Gerät an sich zu schwärmen.

          Das iPad mit seiner glänzenden schwarzen Oberfläche ist wie ein Spiegel, sagt Wolfgang Blau, Chefredakteur von „Zeit Online“. Es reflektiert die Wünsche desjenigen, der hineinschaut. Designer sehen in ihm ganz neue kreative Gestaltungsmöglichkeiten, Reporter die Chance neuer, vieldimensionaler Erzählformen, Printjournalisten die Rettung der Gattung Zeitung und Verlage eine wundersame Einnahmequelle. Nur was die Nutzer in ihm sehen - eine Informationszentrale mit multimedial aufbereitetem Journalismus, für den sie selbstverständlich (und mit nur einem Klick) Geld bezahlen, oder vielleicht doch nur ein tolles Spielzeug - das ist noch lange nicht ausgemacht.

          Vor dem Apple Store in New York

          Ein Labyrinth, in dem man sich verlaufen kann

          Und wie das Gerät den Journalismus verändert, auch nicht. Die amerikanische Technologiezeitschrift „Wired“ gilt als einer der Vorreiter, die vielfältigen Möglichkeiten des Mediums zu erkunden. Für 2,99 Euro kann man abtauchen in eine ganze Multimedia-Welt, die um das aktuelle Heft gebastelt wurde. Hinter jeder Seite, die man mit dem Finger aus dem Bildschirm schiebt, erscheinen neue Inhalte, Texte, Grafiken und Videos. Es ist ein buntes Labyrinth, in dem man sich verlaufen kann.

          Nur: Viele Menschen wollen sich gar nicht verlaufen. Das iPad kann viel, aber sein Reiz besteht paradoxerweise auch in der Reduktion. Das strahlt schon das Gerät selbst aus, das demonstrativ mit einem einzigen Knopf auskommt. Das Betriebssystem schafft es in der aktuellen Version noch nicht einmal, mehr als ein Programm gleichzeitig laufen zu lassen; das ist einerseits ein erstaunliches Manko, kann für manche aber andererseits eine wohltuende Beschränkung sein. Wer auf seinem iPad eine Zeitschriften-App liest, wird dabei in der Regel nicht durch parallel laufende Chats oder aufklappende Browserfenster gestört.

          Das iPad ist ein Gerät für Sofa und Bett; es scheint wie geschaffen für Situationen des Zurücklehnens. Auf dem iPad, sagt Wolfgang Blau, würden längere Artikel ganz besonders gut nachgefragt.

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