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Zugriff auf E-Mails : Googles Interesse an Nutzerdaten

  • Aktualisiert am

Seit zehn Jahren betreibt Google einen Maildienst. Inzwischen hat das Unternehmen den Markt übernommen. Bild: AP

Mit neuen Nutzungsbedingungen erlaubt sich Google, E-Mails „automatisiert zu analysieren“. Eine Neuigkeit ist das nicht. Auch allein ist Google mit dieser Praxis nicht.

          Die Kritik, dass Google nie etwas vergesse und erst recht nichts lösche, trifft nicht immer zu. In den vergangenen sieben Jahren hat die Rechtsabteilung des Unternehmens immerhin die 4200 Worte umfassenden Nutzungsbedingungen mehr als halbiert und für die zahlreichen Dienste des Unternehmens vereinheitlicht. Im April ist dieser Text aber wieder um einen Absatz angewachsen. Er beginnt so: „Unsere automatischen Systeme analysieren Ihre Daten (auch E-Mails)“.

          Google, so das Unternehmen, reagiere damit auf „Feedback der Nutzer“. Damit gemeint ist beispielsweise eine Gruppe amerikanischer Jugendlicher, die per Sammelklage gegen die Analyse ihrer Post vorgehen wollte. Die Studenten wussten nämlich gar nicht, dass ihre E-Mails von Google bearbeitet wurden, als sie diese ihrem Internetanbieter anvertrauten. Gemeint sind aber auch Kritiker, die Google vorwerfen, willkürlich auf Nutzerdaten zuzugreifen.

          Das Recht, auf Nutzerdaten zuzugreifen, nehmen sich alle

          Die Debatte darüber begann damit, dass Mitarbeiter von Microsoft heimlich die E-Mails eines Journalisten lasen, der bei Microsoft einen „Hotmail“-Account hatte und beruflich mehrfach Unternehmensinterna veröffentlichte. Das Unternehmen sagte später zu, von nun an Anwälte in diese Prozesse einzubeziehen. Aufmerksame Nutzer stellten allerdings fest, dass Microsoft nicht das einzige Unternehmen ist, das „zum Schutz des Unternehmens und der Marke“ mit Nutzerdaten macht, was es will. Ebenso verfahren Yahoo, Apple und Google.

          Tatsächlich ist Googles Klarstellung nämlich keine Neuigkeit. Google analysiert seit Anbeginn Nutzerdaten, um beispielsweise die Grundlage für einen anderen Absatz der Nutzungsbedingungen zu schaffen: „Wir können Inhalte entfernen oder deren Darstellung ablehnen, wenn wir berechtigterweise davon ausgehen können, dass sie gegen unsere Richtlinien oder geltendes Recht verstoßen.“ Aber, heißt es bittend wenige Zeilen weiter: „Gehen Sie nicht grundsätzlich davon aus, dass wir dies tun.“

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