https://www.faz.net/-gqz-9oy12

KKR-Einstieg : Springers Exit-Option

Schriftzug am Eingang des Axel-Springer-Hochhauses in Berlin Bild: dpa

Der neue Investor ist an den lukrativen Teilen des Digital- und Pressehauses interessiert, nicht aber an den Zeitungen der „Welt“-Gruppe. Aufhorchen lässt indes vor allem eine Ausstiegsoption.

          Mit dem angekündigten Einstieg der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft KKR wächst unter Journalisten des Springer-Konzerns die Sorge. Der äußerst renditeorientierte Investor ist an den lukrativen Teilen des Digital- und Pressehauses interessiert, nicht aber an den Zeitungen der „Welt“-Gruppe. Seine künftigen Verbündeten – die Verlegerwitwe Friede Springer und der Vorstandschef Mathias Döpfner – mögen beteuern, das Erbe des Verlagsgründers Axel Springer zu wahren.

          Aber die Angebotsunterlage öffnet eine Hintertür zum Ausstieg, falls sich die „Welt“-Gruppe zu schlecht entwickelt. Springer tut nun so, als sei das eine Formalie. Die Klausel sei so gestaltet, dass sie einer Bestandsgarantie gleichkomme. Wer Erfahrung mit Investoren-Transaktionen hat, kennt solche rhetorischen Purzelbäume – und wie später dann vieles doch so kommt wie angeblich nie konkret geplant. Sogar der Fall KKR/Springer hat – jetzt schon – eine Wende geliefert, die misstrauisch macht:

          Am 12. Juni hatten die Vertragsparteien nach KKR-Bekunden „keine Absichten“ zu einem Börsenrückzug Springers. 5. Juli: KKR will in der Angebotsunterlage einen Börsenrückzug. Wie es sich mit der „Welt“-Klausel verhält, ist von außen schwer einzuschätzen. Fakt aber ist: Eine Ausstiegsoption ist das Gegenteil einer Bestandsgarantie. Man schreibt sie nur in einen Vertrag, wenn man einen Ausstieg für möglich hält.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Plan für Klimaneutralität : Die Stunde der Klimaretter

          Am Freitag will die Regierung den Plan für ein klimaneutrales Deutschland beschließen. Was kommt da auf uns zu? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

          Geringer Inflationsdruck : Amerikanische Notenbank senkt Leitzins abermals

          Wegen der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten hat die amerikanische Notenbank Fed ihren Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Die Notenbanker fassten den Beschluss jedoch nicht einstimmig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.