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Einseitige Berichterstattung? : Zentralrat der Juden kritisiert Gaza-Reportage

  • Aktualisiert am

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster Bild: dpa

Anfang Juni hat der Zentralrat die Absetzung einer Dokumentation über Antisemitismus angeprangert. Nun kritisiert er, dass ein Bericht ausgestrahlt wurde. Wieder richten sich die Vorwürfe gegen den deutsch-französischen Sender Arte.

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          Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat den deutsch-französischen TV-Sender Arte zum zweiten Mal binnen weniger Monate scharf kritisiert. Zentralratspräsident Josef Schuster schrieb am Montag in einem Brief an den Sender, der FAZ.NET vorliegt, die Reportage „Gaza: Ist das ein Leben?“ sei „von Einseitigkeit geprägt“ und unterschlage „wesentliche Informationen“ zum Verständnis des Nahost-Konflikts und der aktuellen Lage im Gaza-Streifen.

          Israel werde „als Aggressor dargestellt“ und „allein für die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage im Gaza-Streifen verantwortlich gemacht“, erklärte Schuster. In der am 22. Juli ausgestrahlten Dokumentation wird der Alltag von palästinensischen Familien begleitet, die Angehörige durch Luftangriffe der israelischen Armee verloren haben.

          Schuster verwies auf die Antisemitismus-Reportage „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“, die Anfang Juni für Schlagzeilen gesorgt hatte. Arte hatte die Dokumentation wegen vermeintlicher Einseitigkeit zunächst zurückgezogen und nach öffentlicher Kritik nur mit einordnenden Untertiteln gezeigt.

          Einen ähnlichen Faktencheck regte der Zentralratspräsident nun auch für die Gaza-Dokumentation an. Der Film über den Gaza-Streifen strotze vor „Auslassungen und Falschinformationen“ und räume der israelischen Seite keine Möglichkeit ein, Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen. Der Zentralratspräsident forderte den Sender dazu auf, die Reportage „in dieser Form“ nicht mehr zu zeigen und sie zu überarbeiten, um die „eklatanten Mängel zu beseitigen“. Arte kündigte auf Anfrage von FAZ.NET eine schriftliche Stellungnahme an.

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