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Film über Antisemitismus : Arte und WDR sind gefragt

Kundgebung gegen Antisemitismus vor dem Brandenburger Tor in Berlin im September 2014 Bild: dpa

Für ihre Dokumentation „Der Hass auf Juden in Europa“ hatten die Autoren einen Auftrag, doch senden wollten Arte und WDR nicht. Jetzt formuliert der Zentralrat der Juden eine Bitte.

          Der Zentralrat der Juden in Deutschland setzt sich für die Ausstrahlung der vieldiskutierten Dokumentation von Joachim Schroeder und Sophie Hafner über Antisemitismus in Europa ein. In einem Brief an die Intendanten von Arte, WDR und ZDF, aus dem der Evangelische Pressedienst zitiert, zeigt sich der Präsident Josef Schuster verwundert, dass die Doku „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ nicht bei Arte gesendet werde.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Er maße sich nicht an, das journalistische Handwerkszeug fachgerecht beurteilen zu können, schreibt Schuster nach Angaben des epd. Allerdings könne er sich nicht erklären, wie formale Gründe einer so wichtigen Dokumentation im Weg stehen könnten. „Daher bitte ich Sie, die Entscheidung zu überdenken.“ Ein Bericht des Zweiten Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus habe gezeigt, dass Antisemitismus immer noch „in den verschiedensten Milieus unserer Gesellschaft zu finden“ ist. Vor diesem Hintergrund sei die Berichterstattung über Antisemitismus „höchst relevant“, so Schuster. „Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt hierbei mit der Erfüllung seines Bildungsauftrags eine besondere Funktion zu.“

          Abgenommen wurde der Film von der Arte-Redaktion beim WDR. Dieser Zeitung gegenüber sagte der Arte-Programmdirektor Alain Le Diberder, der „realisierte Film“ habe nicht „dem angemeldeten Programmvorschlag“ entsprochen. Er konzentriere sich auf den Nahen Osten und nicht, wie gefordert, auf den Antisemitismus „in Norwegen, Schweden, Großbritannien, Ungarn und Griechenland“. Programme müssten sich „in eine editoriale Linie einfügen“, diese könne nicht „vom Produzenten eigenmächtig verändert werden“. Dies würde kein Sender akzeptieren. Arte bezeuge sein Engagement gegen Antisemitismus seit 25 Jahren und werde „dies in Zukunft weiter tun“. Experten wie Michael Wolffsohn oder Götz Aly hatten der Dokumentation indes eine hohe Qualität bescheinigt.

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