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ZDF-Spielshow : Kerner hält trotz mehrerer Verletzter an „1000“ fest

  • Aktualisiert am

Äußert sich lieber erstmal nicht: Johannes B. Kerner. Bild: dpa

Ein Kandidat kollabiert, es gibt mehrere Verletzte: Dennoch soll die Spielshow „1000“ im ZDF ausgestrahlt werden. Für ausreichend Sicherheit sei gesorgt, sagt der Sender.

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          Trotz des Zusammenbruchs eines Kandidaten und mehrerer
          Leichtverletzter bei den Dreharbeiten will das ZDF an der Samstagabendshow „1000“ festhalten. Die Sendung werde wie geplant am 2. Mai um 20.15 Uhr ausgestrahlt, sagte ein ZDF-Sprecher am Dienstag. Bei einem 1400 Meter langen Hindernis-Parcours war ein 61 Jahre alter Kandidat während der Aufzeichnung am vergangenen Samstag im Berlin ExpoCenter in Schönefeld kollabiert. Diese Szenen werden nicht im Fernsehen zu sehen sein.

          Laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung übten einige Teilnehmer
          scharfe Kritik an der Produktion der Spielshow. So habe es bei einem Parcours-Hindernislauf aller tausend Kandidaten heftige Tumulte gegeben. „Am Start war ein Hauen und Stechen, mehr als zwanzig Leute haben sich verletzt“, wird einer der Show-Teilnehmer in dem Bericht anonym zitiert. „Im Ziel wurde der Sieger gefeiert, die anderen standen nass geschwitzt in der Kälte.“

          Der ZDF-Sprecher räumte ein: „Es gab eine Reihe kleinerer Verletzungen sowie Kreislaufprobleme.“ Die verletzten Kandidaten
          seien sofort von bereitstehenden Sanitätern behandelt worden. Der
          Parcours für die erste Spielrunde der Show sei von einer Fachfirma
          erstellt worden. „Alle nötigen sicherheitstechnischen Abnahmen sind erfolgt“, bekräftigte der Sprecher.


          Wann traf der Sanitäter ein?

          Dem „Bild“-Bericht zufolge kritisierten Augenzeugen zudem, dass die Sanitäter nach dem Zusammenbruch des 61-Jährigen Kandidaten erst viele Minuten zu spät eingetroffen seien. Nach ZDF-Angaben war aber schon nach knapp einer Minute ein Sanitäter beim Kandidaten, zwei Minuten später sei bereits ein Rettungswagen eingetroffen. Der Kandidat wurde in ein Krankenhaus gebracht. „Ihm geht es den Umständen entsprechend gut“, sagte der Sprecher.

          Moderator Johannes B. Kerner wollte sich nicht zu den Vorfällen
          äußern. Für ihn ist es nicht der erste Wirbel um eine Sendung beim
          ZDF. Vergangenen Sommer hatten ZDF-Redakteure bei dem Show-Zweiteiler „Deutschlands Beste!“ ein Umfrage-Ranking gefälscht und eingeladene Gäste hochgestuft. Danach trat Unterhaltungschef Oliver Fuchs zurück. Ob es nach der Sendung „1000“ am 2. Mai weitere Folgen geben wird, ist noch offen. „Nach Ausstrahlung wird die Sendung in Ruhe ausgewertet und über eine mögliche Fortsetzung gesprochen“, erklärte der Sprecher.

          In der von Johannes B. Kerner präsentierten Spielshow mit dem vollständigen Namen „1000 - Wer ist die Nummer 1?“ kämpfen tausend Kandidaten in zehn Spielrunden um 100.000 Euro. Im K.o.-System müssen sich die Teilnehmer Runde für Runde verschiedenen Aufgaben stellen. Dabei geht es nicht nur um Wissen, Geschicklichkeit, Cleverness oder körperliche Fitness, sondern um immer wieder neue Kombinationen von Fähigkeiten.

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