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„Deutschlands Beste!“ : ZDF-Showchef muss gehen

  • Aktualisiert am

Geht unter Dankesworten: ZDF-Unterhaltungschef Oliver Fuchs Bild: dpa

Nach den Manipulationen bei der Ranking-Show „Deutschlands Beste“ macht das ZDF Tabula rasa. Oliver Fuchs, der für die Unterhaltung im Sender zuständig ist, nimmt seinen Hut. Die Show gibt es künftig nicht mehr.

          Das ZDF zieht erste Konsequenzen nach den Manipulationen bei der Show „Deutschlands Beste!“. Oliver Fuchs, der Show-Chef des Senders, muss seinen Hut nehmen. Er habe, so das ZDF, die Verantwortung für die Veränderung des Rankings übernommen und seinen Rücktritt angeboten. Die interne Untersuchung habe gleichwohl ergeben, dass er „selbst keine Kenntnis von den Manipulationen hatte“. Die für die Show zuständige Teamleiterin sei ihrer Funktion enthoben und abgemahnt worden. Zudem sei eine weitere Redakteurin abgemahnt worden. Der Intendant des ZDF, Thomas Bellut, bedankte sich bei Fuchs „für sein Engagement und seine Arbeit. Ich respektiere sein Angebot, persönlich die Verantwortung zu übernehmen.“

          Die interne Untersuchung, so das ZDF weiter, habe ergeben, „dass das Fehlverhalten bei der ZDF-Redaktion lag“. Das Konzept der Sendungen „Deutschlands Beste! - Frauen“ und „Deutschlands Beste! - Männer“ habe auf einer zweistufigen repräsentativen Erhebung basiert.

          In einem ersten Schritt habe das Institut Forsa hundert Frauen und hundert Männer ermittelt. Aus diesen Listen seien jeweils die fünfzig „Besten“ ebenfalls durch eine repräsentative Erhebung ermittelt worden. Parallel seien die Listen mit den hundert Namen im Internet zur Abstimmung gestellt worden. Die Zeitschrift „Hörzu“ habe zudem ihre Leser abstimmen lassen. Die Forsa-Ergebnisse der zweiten Erhebung hätten der Redaktion am 5. Mai vorgelegen, die Ergebnisse der „Hörzu“ am 28. Mai und das Ergebnis des Online-Votings am 2. Juni. Nach Rückfrage bei Forsa habe sich herausgestellt, „dass es nicht möglich war, die unterschiedlichen Rankings zu einem repräsentativen Ergebnis zusammenzuführen“. Daraufhin habe die Teamleiterin beschlossen, die „Ergebnisse der Online- und der Hörzu-Umfrage nicht zu berücksichtigen, ohne ihre Vorgesetzten darüber zu informieren.“ Später habe die Redaktion „ebenfalls eigenmächtig“ Veränderungen an der repräsentativen Forsa-Liste vorgenommen.

          Nach Anfragen von Journalisten habe eine Überprüfung durch den Programmdirektor und den Justitiar des ZDF ergeben, „dass das Fehlverhalten der Redaktion erheblich weiter reichte, als zunächst bekannt und öffentlich mitgeteilt wurde“. Die Reihe „Deutschlands Beste!“ werde nicht fortgesetzt.

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