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Reinhard Grindel und das ZDF : Präsident als Reporter?

Vor dem Mikrophon oder dahinter? Der zurückgetretene DFB-Präsident Reinhard Grindel. Bild: EPA

Vorstellen kann man sich das kaum, dass der zurückgetretene DFB-Chef Reinhard Grindel beim ZDF wieder als Redakteur anfängt. Doch soll er mit dem Intendanten darüber gesprochen haben. Rechtlich ist die Sache umstritten.

          Das ZDF lässt rechtlich prüfen, ob der kürzlich aufgrund von Korruptionsvorwürfen von seinem Amt zurückgetretene Präsident des Deutschen Fußballbunds, Reinhard Grindel, zu dem Sender zurückkehren könnte, für den er von 1992 bis 2002 als Journalist gearbeitet hat. Das Ergebnis der Prüfung werde in den nächsten Tagen vorliegen, sagte der ZDF-Sprecher Alexander Stock auf Anfrage von FAZ.NET.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass Grindel durchaus ein Rückkehrrecht besitzen könnte. Dass er dieses in Anspruch nähme, will sich auf dem Mainzer Lerchenberg freilich niemand so recht vorstellen. Ein ehemaliger DFB-Präsident als Reporter in der Politik oder dem Sport, mit dem Mikro in der Hand? Erkundigt haben soll sich Grindel beim ZDF-Intendanten Thomas Bellut dem Vernehmen nach schon. Allerdings stieß er offenbar auf wenig Begeisterung.

          Grindels Rückkehrrecht könnte durch seine Zeit als CDU-Bundestagsabgeordneter begründet sein. Das Abgeordnetengesetz sieht vor, dass Parlamentarier, die zuvor Beamte oder im öffentlichen Dienst angestellt waren, ihre Stelle wieder für sich reklamieren können, auch wenn sie nach ihrer Zeit im Parlament eine weitere Aufgabe übernommen haben. Das gilt auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

          Der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim hatte dem Evangelischen Pressedienst jedoch gesagt, Grindels Anspruch bestehe nicht mehr. Das Gesetzt halte fest, dass ein solcher Anspruch binnen drei Monaten nach dem Ende des politischen Mandats angemeldet werden müsse. Dies sei bei Grindel lange vorbei – der frühere DFB-Präsident, der inzwischen auch seine Ämter bei der Fifa und der Uefa niedergelegt hat, saß für die CDU bis 2016 im Bundestag. Von dieser Frist gebe es „keine Ausnahmen“, sagte von Arnim dem Evangelischen Pressedienst. Die „Süddeutsche Zeitung„ hatte berichtet, Grindel sei beim DFB zudem ein Verdienstausfall von 7200 Euro pro Monat zugesprochen worden, als Kompensation für sein früheres Bundestagsmandat und – für den Verzicht auf das Rückkehrrecht zum ZDF.

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