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ZDF-Programmchef Himmler im Gespräch : Mafia im Taunus, Morde in München

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Weit gefehlt. Sicher, das ist eine ungewöhnliche Besetzung, aber lassen Sie sich überraschen. Bastian Pastewka spielt eine durch und durch ernsthafte Rolle. Die Serie setzen wir um 22.15 Uhr ein, direkt nach dem „heute journal“. Wir haben noch eine zweite Mini-Serie in petto. Unter dem Arbeitstitel „Die Lebenden und die Toten“ zeigen wir einen wirklichkeitsnahen und vielschichtigen Krimi mit Jürgen Vogel in der Hauptrolle. Er spielt eine Figur mit einer sehr zwielichtigen Vita. Beide Serien werden in diesem Sommer gedreht.

Und warum laufen die Serien an vier Tagen hintereinander?

Eine kompakte Programmierung erleichtert es dem Zuschauer, den horizontalen Erzählsträngen zu folgen, und erlaubt eine höhere Komplexität der Geschichte und ihrer Figuren.

Haben Sie auch etwas in Amerika akquiriert?

Haben wir. Im ZDF startet im Herbst die Serie „Ray Donovan“, die von dem Sender Showtime stammt. Das ist im Augenblick eine der stärksten neuen Serien auf dem amerikanischen Markt, mit Liev Schreiber und Jon Voight in den Hauptrollen. Ansonsten zeigen wir herausragende Serien wie „Mad Men“ oder „Magic City“ zuerst bei ZDFneo am Dienstag um 22.30 Uhr und dann im Hauptprogramm. Neben diesen internationalen Einkäufen koproduziert das ZDF gerade mit europäischen Partnern große Serien für den 22-Uhr-Termin am Sonntag. Das beste Beispiel ist „Das Team“. Das ZDF ist hier zusammen mit Network Movie federführend; mit dabei sind DR Danmarks Radio, Nordisk Film, Lunanime, Lumière, C-Films und Superfilm. Der nächste deutsche Event-Mehrteiler wird im Herbst „Die Abrechnung“ sein. Inspiriert von wahren Begebenheiten wie etwa der Schlecker-Pleite, geht es um die Folgen einer Firmen-Insolvenz für die Menschen am oberen und unteren Ende der Gesellschaft. Lisa Martinek, Josefine Preuss, Robert Atzorn, Benjamin Sadler und Florian Lukas spielen in den Hauptrollen.

Zeitgeschichtliches haben Sie auch?

Im nächsten Jahr werden wir uns aus der Nachkriegsperspektive dem Ende des Zweiten Weltkriegs nähern – mit „Tannbach“. Das ist eine dreiteilige Familiensaga aus einem durch die Grenze geteilten bayerischen Dorf – ein Sittengemälde des Nachkriegsdeutschlands von 1945 bis 1952. Zudem wollen wir Ursula Krechels Roman „Landgericht“ verfilmen. Er handelt von einer deutsch-jüdischen Familie, die nach Kriegsende aus dem Exil zurückkehrt und versucht, in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Eine Geschichte, in der es um Schuld und Wiedergutmachung geht. Zudem planen wir die Verfilmung des Buches „Das Zeugenhaus“ von Christiane Kohl. Hier wird die wahre Begebenheit, dass für die Nürnberger Prozesse ein Haus eingerichtet wurde, in dem sowohl ehemalige NS-Funktionäre als auch Opfer des NS-Regimes und Überlebende der Konzentrationslager untergebracht worden sind, erzählt.

Zurzeit geht es um das Gedenken an den Ersten Weltkrieg.

Am 28.April haben wir einen Schwerpunkt zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs mit „Sarajevo“ im Programm, einem vom ZDF und dem ORF produzierten Film zum Attentat auf den österreichischen Thronfolger von Regisseur Andreas Prochaska, mit dem wir im November den International Emmy gewonnen haben. Im Sommer zeigt das ZDF ein Konzert zum Jahrestag selbst aus Sarajevo, und es folgen weitere Dokumentationen zum Ersten Weltkrieg.

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