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„Gender Pay Gap“ : ZDF-Mitarbeiterin geht vor Verfassungsgericht

  • Aktualisiert am

Frauen bei einer Demonstration für faire Bezahlung in Berlin Bild: AFP

Der jahrelange Streit zwischen der Investigativ-Journalistin Birte Meier und dem ZDF um gerechte Bezahlung geht vor das Bundesverfassungsgericht. Dort könnte nun ein Präzedenzurteil in Sachen „Equal Pay“ fallen.

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          Der jahrelange Streit zwischen der Investigativ-Journalistin Birte Meier und dem ZDF um gleiche Bezahlung von Frauen und Männern geht vor das Bundesverfassungsgericht. Ihre Verfassungsbeschwerde sei Ende März dem ZDF, dem Bundesarbeitsministerium und dem Bundesarbeitsgericht zugestellt worden, teilte die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) mit, die den Prozess begleitet.

          Das ZDF gab unterdessen Auskünfte über Gehälter und Honorare. Danach erhielten Männer nach Angaben der GFF in vergleichbarer Position beim ZDF 2017 im Schnitt rund 800 Euro im Monat mehr als Meier. Zudem habe es für Männer Leistungszulagen von bis zu rund 1450 Euro im Jahr gegeben, die der Personalchef der Klägerin im ersten Auskunftsschreiben noch verschwiegen habe. Aufgrund ihrer ungleichen Einordnung in das tarifliche Stufensystem seien Männer zudem schneller aufgestiegen. „Daher dürften sie im Median 2018 sogar 1200 Euro und 2019 über 1500 Euro pro Monat mehr verdient haben“, errechnete die GFF. Die Auskunft des ZDF erhärte den Verdacht der Diskriminierung.

          Die vielfach ausgezeichnete Journalistin Birte Meier hatte nach Inkrafttreten des Entgelttransparenzgesetzes 2017 Auskunft zur Bezahlung im Sender verlangt und diesen Anspruch bis zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt eingeklagt. Dieses befand vor knapp einem Jahr, dass mit Blick auf die Europäische Gleichstellungsrichtlinie von 2006 auch arbeitnehmerähnlichen Beschäftigten wie festen freien Mitarbeiterinnen ein Auskunftsrecht zustehe.

          Die Gesellschaft für Freiheitsrechte unterstrich, trotz des Urteils sei Meier noch nicht zu ihrem Recht auf gleiche Bezahlung gekommen. Das Bundesverfassungsgericht könnte nun ein Präzedenzurteil in Sachen „Equal Pay“ fällen. Meier hatte zum Zeitpunkt ihres Auskunftsersuchens als feste freie Mitarbeiterin des ZDF-Magazins „Frontal 21“ gearbeitet. Im Laufe des Rechtsstreits versetzte das ZDF sie von der Berliner Redaktion in die Mainzer Abteilung Info, Gesellschaft und Leben.

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