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„Dengler“ im ZDF : Ab durch Berlin-Mitte

Dengler (Ronald Zehrfeld) und Voss (Ernst Stötzner) sind auf der Flucht durch Berlin. Bild: Julia von Vietinghoff

Aus einer mittelmäßigen Vorlage wurde ein Spitzenkrimi: In „Dengler – Die letzte Flucht“ tut sich vor dem gleichnamigen Privatermittler ein Verschwörungsabgrund auf.

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          Georg Dengler hat gerade eine richtungsweisende Entscheidung getroffen. Er hat seinen Job als Zielfahnder beim BKA gekündigt und seine Koffer gepackt. Jetzt steht er mit seinem Wagen an der Kreuzung: Links geht es zum Bundeskriminalamt, rechts zur Autobahn Richtung Stuttgart. Da will sich Dengler als Privatermittler niederlassen, auch um seinem Sohn näher sein zu können. Doch er biegt nach links ab, zum letzten Mal. Er muss noch etwas loswerden.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Denn Dengler ist mit der Behörde zwar fertig, nicht aber als Polizist. Rausgeflogen ist er, weil er Zweifel an den Ermittlungen zu einem Nagelbombenattentat in Köln hatte. Und jetzt, kaum steht er in seinem kargen Detektivbüro, ereilt ihn ein Anruf, der ihn in den nächsten Verschwörungsabgrund zieht: In Berlin ist der Onkologe Bernhard Voss verhaftet worden, er soll eine Krankenschwester vergewaltigt haben. Für die zuständige Kommissarin Kommareck ist der Fall klar. Für Voss und bald auch für Dengler ist auch alles klar – dass alles ganz anders ist. Voss wollte gerade eine Arbeit vorstellen, welche die Wirkungslosigkeit, ja Gefährlichkeit eines neuen, teuren Krebsmedikaments beweist. Er ist Opfer eines Komplotts.

          Perfekter Thrill

          Dann geht alles Schlag auf Schlag, Dengler verhilft Voss zur Flucht, und die beiden hetzen durch Berlin. Zur selben Zeit sehen wir einen gefesselten Mann in einem gekachelten Raum hocken, dessen Entführer wissen wollen, wie die Pharmaindustrie ihre Geschäfte macht. Die Verfolgten jagen derweil durch die Charité – allein schon diese Szenen sind dem Regisseur Lars Kraume, der auch das Drehbuch geschrieben hat, bestens gelungen. Er zeigt, wie man aus einer eher mittelmäßigen Vorlage, wie sie der Dengler-Krimi von Wolfgang Schorlau mit seinem sauber in Schwarz und Weiß geteilten Weltverschwörungsplot bietet, einen herausragend inszenierten Fernsehkrimi macht. Da fallen die zur Auflösung der Geschichte notwendig ineinandergreifenden, glattpolierten Unwahrscheinlichkeiten gar nicht ins Gewicht. Die Besetzung mit Ronald Zehrfeld (Dengler), Ernst Stötzner (Voss), Jenny Schily (Kommissarin Kommareck), Birgit Minichmayr (als Untergrund-Hackerin Olga) und Stefan Kurt (als mieser Pharmamanager) ist erstklassig. Erwähnen sollte man noch die Musik (Kai Schoormann, Christoph Kaiser, Julian Maas), die für perfekten Thrill sorgt.

          Sieben Dengler-Bücher gibt es inzwischen. Würde aus jedem ein Fernsehkrimi wie dieser, spräche eine ganze Woche lang alles für das ZDF.

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