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ZDF-Geschichtsfernsehen : Peinlichste Missgeschicke der History

  • -Aktualisiert am

Noch eine Frau, die jetzt Geschichte im ZDF macht: Luise von Preußen Bild: Christina Rose/ZDF

Haben Sie einen Lieblingsaufstand? War Prinz Charles das falsche Pferd für Diana? In seinen Geschichtsformaten stellt das ZDF sein Publikum auf die Probe.

          Das ZDF möchte wissen, welcher „Durchstarter made in Germany“ mein persönlicher Favorit ist: Silvia von Schweden, Sigmund Jähn, Kardinal Ratzinger, Angela Merkel oder Lena Meyer-Landrut?

          Das Online-Votum wird in eine Folge der wöchentlichen Geschichtsreihe „History“ eingehen, zusammen mit ähnlich brisanten Fragen wie: Welcher Pionier seiner Zeit ist der Beste (Otto der Große, Friedrich der Große, Ludwig Erhard, Helmut Schmidt, Alice Schwarzer)? Und: Was ist mein „Lieblingsaufstand“ (März 1848, November 1918, 17. Juni 1953, 68er-Bewegung, Mauerfall)? Anders, als man als flüchtiger Beobachter denken könnte, handelt es sich nicht um ein Quiz, bei dem man das Ding herausfinden muss, das nicht ist wie die anderen.

          Hochglanzbanalität historischer Mini-Dramen

          Die Abstimmung über die vom ZDF gerade groß präsentierten „Frauen, die Geschichte gemacht haben“ ist schon abgeschlossen. Das Ergebnis kann man heute Nacht in „History“ sehen - allerdings hatte die Redaktion so geschickt gefragt, dass wohl für jede ein eigener Spitzenplatz heraussprang: Sophie Scholl wurde zur mutigsten, Elisabeth I. zur nachhaltigsten, Kleopatra zur erotischsten Frau gekürt. Damit gibt es für die Dokumentation unter dem Titel „Unsere Besten“ gleich ein Ordnungsprinzip und eine Dramaturgie, wie Stefan Brauburger erklärt, der Leiter der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte.

          In der Sendung werden aber auch die Fachberater der Reihe zu sehen sein, die das Leben und Wirken der Frauen für die Zuschauer einordnen. Das ist keine ganz unwichtige Aufgabe, denn mit dem Projekt „Frauen, die Geschichte machen“ sprengt das ZDF bisherige Grenzen der Fiktionalisierung des Dokumentarischen. Seit vergangenem Wochenende zeigt der Sender jeweils sonntags und dienstags zur besten Sendezeit Mini-Dramen, in denen die Protagonistinnen selbst ihre Geschichten erzählen.

          Ich glaube, ich sollte mal abnehmen: Cleopatra

          Die Filme sagen in ihrer Hochglanzbanalität viel über den unbedingten Willen des ZDF aus, historische Stoffe zu popularisieren. Kleopatra war hier am vergangenen Sonntag zu sehen, wie sie vor dem Treffen mit ihrem römischen Liebhaber in den Spiegel schaut und sagt: „Ich glaube, ich sollte abnehmen.“ Elisabeth I. ist hier heute um 19.30 Uhr zu sehen, wie sie stöhnt: „Das Schicksal Englands in meinen Händen - nur leider hatte ich es mit lauter alten Männern zu tun, die immer alles besser wussten.“ Und wie sie später plaudert, als säße sie bei Markus Lanz: „Ich regierte mit Lust. Es hätte alles so schön sein können, wäre da nicht dieser eine wunde Punkt gewesen“ - die Sache mit dem fehlenden Ehemann und Nachwuchs.

          Alles wird durchgecheckt

          Die Pressestelle hat dazu ein Begleitheft gestaltet, in dem die sechs Frauen jeweils wie auf dem Cover einer Klatschzeitschrift präsentiert werden. „Cleo: Sie kam, sah und verführte“, „Jeanne: Der neueste Trend: Kettenhemd“, „Katja: Mord am Mann: Der schnellste Weg zur Frauenquote“ (da geht es um Katharina die Große).

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