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Film über Flüchtlingspolitik : Sie schrieben den 4. September 2015

  • -Aktualisiert am

Heike Reichenwallner als Bundeskanzlerin Bild: ZDF und Hans-Joachim Pfeiffer

Was war das für ein Tag, an dem Angela Merkel die Koordinaten der europäischen Flüchtlingspolitik veränderte? Ein Einblick ins Arkanum der Macht.

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          Geschichte vollzieht sich in Daten. So kannte einst jeder Schüler den 28. Juni 1914 als Ausgangspunkt des Ersten Weltkriegs. Das Attentat auf das österreichische Thronfolgerpaar ist aber nur in der historischen Perspektive als das einzuordnen, als das es bis heute gilt. Die nachfolgenden Ereignisse gaben diesem Datum seine Bedeutung. Für den Zeitgenossen gilt in der Gegenwart, was Jacob Burckhardt in seinen „Weltgeschichtlichen Betrachtungen“ formulierte: Eine „vorgewusste Zukunft“ sei „ein Widersinn“. Den „Irrungen der Erkenntnis“ stehe unser „Wünschen, Hoffen und Fürchten im Wege.“

          Was der 1897 verstorbene Burckhardt noch nicht kannte, war das Dokudrama im Fernsehen. Heute kommt niemand mehr auf die Idee, über den 4. September 2015 ein Theaterstück zu schreiben. An diesem Tag erlebte die europäische Flüchtlingskrise ihren dramatischen Höhepunkt. Im Mittelpunkt standen in Budapest gestrandete Flüchtlinge, eine deutsche Bundeskanzlerin und ihr österreichischer Amtskollege. In Nebenrollen erleben wir Minister und graue Eminenzen, Journalisten und Beamte. Das alles zeigt uns das ZDF heute in dem Film „Stunden der Entscheidung – Angela Merkel und die Flüchtlinge“. Sandra Stöckmann und Marc Brost schildern diesen schicksalsträchtigen Tag aus der Perspektive handelnder Akteure und Beobachter. Christian Twente ist für die Regie verantwortlich. Aram Arami und Emre Aksizoglu spielen die beiden Flüchtlinge Mohammad Zatareih und Ahmed Herraf, die am Budapester Hauptbahnhof den „Marsch der Hoffnung“ zur österreichischen Grenze anführten. Heike Reichenwallner und Manfred Callsen verkörpern die beiden Bundeskanzler, die mit den politischen Folgen dieses Marsches konfrontiert werden. Eingerahmt werden diese Spielszenen von Zeitzeugen-Interviews.

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