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ZDF-Fernsehgarten : Happy auf dem Hopsy-Hügel

  • -Aktualisiert am

Elvis oder doch eher ein Mitglied der Leningrad Cowboys? Gesichtet im ZDF-Fernsehgarten. Bild: Rico Rossival

Sommerzeit ist „Fernsehgarten“-Zeit im ZDF. Jeden Sonntagmorgen eröffnet „Kiwi“ auf dem Mainzer Lerchenberg die ganz große Show. Ein Besuch.

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          Sonntags, halb zehn auf dem Mainzer Lerchenberg: Das Haupttor des ZDF-Geländes liegt im Sommermorgenlicht, zwischen Bussen mit Kennzeichen von „M“ bis „HH“ braust ein schnittiger Sportwagen auf das Schrankenhäuschen zu, als wolle er gleich die Sperre durchbrechen. Der Fahrer sieht ein bisschen aus wie Sascha Hehn, aber auch nur ein bisschen. Der Schrankenwärter gebietet ihm Einhalt, gibt dann aber auch noch einen freundlichen Tipp: „Zweimal links, dann parken und dem Menschenstrom folgen.“

          Jan Wiele

          Redakteur im Feuilleton.

          Der Strom ist schier endlos, wir lassen uns mit ihm treiben. Vom Mainzer Hauptbahnhof sind wir mit dem Linienbus gekommen, zusammen mit einer Gruppe älterer Frauen. Worauf sie sich denn am meisten freuten? „Also, der Tony Christie ist schon sehr interessant“, schwärmt eine mit wissendem Blick. Auf einem der Parkplätze spuckt ein Minibus aus dem Sauerland mit der Aufschrift „Fun-Touristik“ die deutsche Nationalmannschaft aus - oder halt, das sind wohl doch nur Komparsen in weißen Trikots. So schnell wie eben der Sportwagenfahrer am Tor heranpreschte, schlagen sich diese Jungs erst mal kollektiv in die Büsche.

          Elton John sieht fast echt aus, Elvis eher nicht

          Hinter den Büschen liegt der Hopsy-Hügel. Da wohnen die Mainzelmännchen. Und da wohnt wohl auch „Kiwi“. Zumindest kommt sie jeden Sonntag im Sommer vor die Hütte des ZDF und moderiert den „Fernsehgarten“. Alle wollen Andrea Kiewel sehen, viele sind nur ihretwegen hier. Ein Mann hat ein selbstgemaltes Pappplakat dabei: „Uli grüßt Kiwi“ steht darauf.

          Aber als wir auf das Gelände kommen, ist Kiwi noch nicht da. Durch die Lautsprecher hört man noch den „Warm-Upper“. Zu kurzen Musikschnipseln von alten Disco-Klassikern bis zu Pharrell Williams’ Hit „Happy“ zeigt er den Leuten, was gute und was schlechte Tanz-Moves sind. Schlecht sei zum Beispiel, wenn Frauen auf der Tanzfläche Boxbewegungen machten. Es ist noch Zeit für eine Inspektion des Geländes: Wirkt ein bisschen wie Disneyland, zumal an diesem Tag extra noch eine große „Wedding Chapel“ aufgebaut wurde, hinten am Pool, wo auch ein Teil der Sendung stattfindet. Das Motto ist nämlich heute „Viva Las Vegas“, und am Ende der Sendung werden drei Paare live im Fernsehgarten heiraten.

          Da soll noch jemand behaupten diese Augen würden nicht lachen: Andrea „Kiwi“ Kiewel ist das personifizierte Lachen.

          Hinter dem Hopsy-Hügel steht ein cremefarbener Cadillac am Weg. Elton John kommt uns im roten Showanzug entgegen, er sieht etwas gehetzt aus. Aber ansonsten fast täuschend echt. Was man von den folgenden Elvis-Lookalikes nicht wirklich sagen kann. Ihre Explosionsperücken sind dann doch etwas übertrieben. Wenn man das Haarbrett nach vorn klappen würde, könnten sie fast als Leningrad Cowboys durchgehen.

          Das Blumenhemd hat Hochkonjunktur

          Dann plötzlich wird Kiwi über die Lautsprecher angekündigt. Wir hechten ins Amphitheater, die Sendung hat doch noch gar nicht begonnen! Aber auch Kiwi braucht ein Warm-up vor der Liveübertragung. Sie stellt das Las-Vegas-Motto vor und ruft: „Nice to meet you!“ Als keinerlei Reaktion aus dem Publikum kommt, fragt sie: „Was ist denn los? Hab ich ’n Loch in der Hose?“ Vielleicht liegt es auch daran, dass der Einklatscher noch nicht im Dienst war. Der wird später dafür sorgen, das niemand im Fernsehgarten ohne Applaus bleibt.

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