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Verdikt des Chefredakteurs : ZDF lädt Höcke nicht mehr ein

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Der AfD-Fraktionsvorsitzende im Thüringer Landtag, Björn Höcke, am 27. Oktober dieses Jahres, dem Abend der Landtagswahl in Thüringen. Bild: dpa

Das ZDF bilde ein breites Meinungsspektrum ab, sagt der Chefredakteur des Senders, Peter Frey. Bei Antisemitismus und Rassismus aber sei Schluss. Und der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke für Talksendungen nicht geeignet.

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          Der Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, will den AfD-Politiker Björn Höcke nicht mehr als Gast in Talkshows seines Senders sehen. In einem „Zeit“-Interview verneinte er die Frage, ob der thüringische AfD-Chef noch ein geeigneter Gast für Talkshows sei. Wer bei der Landtagswahl im Oktober Höcke gewählt habe, habe „bewusst rechtsextrem“ gewählt, sagte Frey. „Wir Medien haben niemanden zu erziehen“, so der Chefredakteur. „Aber wir müssen zeigen, wo die Grenzen demokratischer Gesinnung verlaufen.“

          Im September hatte sich Frey bereits dafür gerechtfertigt, dass der Sender ein Interview mit Höcke vorzeitig beendet hatte. Nachdem der Politiker das Gespräch wegen von ihm als unpassend empfundenen Fragen unterbrochen hatte, lehnte das ZDF es ab, das Interview neu zu beginnen. Höcke  gehört zum rechtsnationalen „Flügel“ der AfD. Ein Gericht hatte es im Zusammenhang mit einer Demonstration für zulässig erklärt, Höcke als „Faschisten“ zu bezeichnen.

          Dass der deutsche Journalismus zu links sei, verneinte Frey: „Ich kann das heutige Gerede, der deutsche Journalistenstand hätte einen rot-grünen Einschlag, nicht nachvollziehen.“ Für das ZDF sehe er das nicht. Es treffe nicht zu, dass konservative Positionen dort keinen Platz hätten. Das ZDF sei einem breiten Meinungsspektrum verpflichtet. Die Ausnahme bildeten antisemitische und rassistische Positionen.

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