https://www.faz.net/-gqz-a7s3d

Wegen Zahlpflicht für Inhalte : Google will sich in Australien abschalten

  • Aktualisiert am

„Wir reagieren nicht auf Drohungen“, sagt der australische Premier Morrison zu Googles Manöver. Bild: Reuters

Google droht der australischen Regierung, es werde seine Suchmaschine abstellen. Der Netzkonzern will für Inhalte keine Abgaben zahlen. Das beeindruckt Premier Morrison nicht.

          1 Min.

          Google droht in Australien als Reaktion auf ein geplantes Mediengesetz mit der Abschaltung seiner Suchmaschine. Nach Plänen der Regierung sollen Internetriesen wie die Google-Mutter Alphabet und Facebook künftig lokale Medienunternehmen bezahlen, wenn sie deren Inhalte verbreiten. Das Vorhaben sei nicht umsetzbar und für Google mit finanziellen Risiken verbunden, die nicht kalkuliert werden könnten, sagte Mel Silva, die Geschäftsführerin für Googles Aktivitäten in Australien, am Freitag bei einer Anhörung im Senat.

          Den australischen Markt zu verlassen sei die „einzig rationale Entscheidung, wenn dieses Gesetz verabschiedet würde“, betonte sie. Silva verglich eine Bezahlung von Medienunternehmen für das Anzeigen von Links zu deren Inhalten damit, einem Freund Cafés zu empfehlen und dann von den Cafés für ihre Erwähnung eine Rechnung zu bekommen.

          „Wenn man einen Preis für das Verlinken mit bestimmten Informationen ansetzt, dann wird so die Funktionsweise von Suchmaschinen gebrochen, und man hat kein freies und offenes Web mehr.“ Sollte der Gesetzentwurf verabschiedet werden, müssten Google und Facebook NewsFeeds künftig Sender und Verlage für deren Inhalte vergüten. Andernfalls drohen australischen Medienberichten zufolge Strafen von bis zu zehn Millionen Australischen Dollar (6,3 Millionen Euro).

          Premierminister Scott Morrison sagte, seine Regierung lasse sich von Drohungen nicht einschüchtern. „Lassen Sie mich das klar sagen: Australien legt die Regeln für Dinge fest, die man in Australien tun kann. (...) So funktionieren die Dinge hier in Australien.“ Er fügte hinzu: „Wir reagieren nicht auf Drohungen.“

          Weitere Themen

          Gebt die Festung dem Volk

          Stasi-Zentrale in Leipzig : Gebt die Festung dem Volk

          Die einstige Bezirkszentrale der Stasi gehört zu den wenigen baulichen Relikten der DDR in Leipzigs Stadtzentrum. Nun soll alles umgestaltet werden. Aber wie – und wofür?

          So viel Trost liegt im Tanz

          „Spring Gala Film“ : So viel Trost liegt im Tanz

          Gut ein Jahr blieben die großen Theaterbühnen aufgrund der Pandemie leer. Sofia Coppolas „Spring Gala Film“ zeigt das New York City Ballet bei seiner Rückkehr auf die Bühne.

          Topmeldungen

          Nach links, ok, und dann? Olaf Scholz im April.

          SPD-Kanzlerkandidat : Kann es für Scholz ein gutes Ende geben?

          Die SPD hat einen Plan, aber einen schwachen Kandidaten. Olaf Scholz kämpft gegen schlechte Umfragewerte und die eigene Partei. Hat er auch nur irgendeine Chance gegen Annalena Baerbock?
          Dennis Aogo

          Dennis Aogo : Die große Verunsicherung nach dem Sturm

          Dennis Aogo steht im Mittelpunkt einer turbulenten Fußballwoche. Was darf man als Profi oder Experte sagen? Welche Formulierungen sind korrekt, welche idiotisch? Und wie geht es weiter?
          Wer hat uns bloß den Impfneid eingepflanzt?

          Fraktur : Der implantierte Impfneid

          Lammfromm zur Impfbank: Wäre die Nachricht von der Gates-Scheidung bloß früher gekommen!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.