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Auf der Worldcon in Dublin : Sie kommen in Frieden

Wer da alles landet: In ihrer Eigenwerbung lässt die Worldcon nicht nur das Raumschiff Enterprise in Dublin andocken. Bild: Worldcon/Ian J. Clark

Wie eine Geburtstagsparty bei Freunden, deren Wohnung zu klein ist: Auf der „Worldcon“, dem Welttreffen der Science-Fiction, wird um Geschlechterrollen und den Klimawandel gestritten – und natürlich um die Zukunft.

          7 Min.

          Manchmal sind Gedanken Meeresfrüchte. Was, wenn das Meer sich auflehnt und Kopffüßer, diese alte, höchst intelligente Lebensform, uns plötzlich feindlich gesinnt sind? Wenn wir alle Tintenfische vernichten müssten? Wie würden wir es anstellen? Wie spürt man Tintenfische überhaupt auf? Würde es Widerstand geben? Aktivisten, die sich mit den Kopffüßern solidarisieren? Welche Allianzen entstehen? Was, wenn herauskommt, dass der Krieg von den Menschen angezettelt wurde? Wo stehen die Delphine? Was, wenn Außerirdische die Auslöschung der Tintenfische zur Bedingung für eine weiterführende Kontaktaufnahme gemacht haben?

          Axel Weidemann
          Redakteur im Feuilleton.

          Ada Palmer, Historikerin an der Universität von Chicago und gefeierte Autorin der „Terra Ignota“-Reihe, kommt auf Betriebstemperatur, als sie erzählt, was passiert, wenn sie Autoren und Fans während der „World Science Fiction Convention“ (kurz Worldcon) trifft und sie der Strom der freien Assoziation fortreißt. Sie sitzt unweit des Tagungsortes, des Dubliner Kongress-Zentrums (CCD), am Ufer des Liffey. Wind zerrt an ihrem Mantel, und das Licht wechselt minütlich, weil kleine Wolken über Irlands Hauptstadt vor der Sonne Schlange stehen. Neben ihr sitzt die in Kanada lebende Schriftstellerin Jo Walton, berühmt für Bücher wie „Tooth and Claw“ (2003) und „Among Others“ (2011). Die beiden teilen sich ein Appartement, zusammen mit einer Mitbewohnerin von Palmer und zwei jungen schwedischen Fans von Walton. Das Problem mit dieser Worldcon sei einzig, dass das Kongresszentrum zu klein sei. „Aber es ist wie eine Geburtstagsparty bei Freunden, deren Wohnung zu klein ist. Man beschwert sich nicht und sorgt dafür, dass es funktioniert“, sagt Walton.

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