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Rechtsstreit um „Das Boot“ : Wir können auch tiefer

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Jost Vacano an seinem Stern bei der Einweihung der Erweiterung des Boulevard der Stars um 21 neue Sterne im Jahr 2011 auf dem Mittelstreifen der Fahrbahn am Potsdamer Platz in Berlin. Bild: dpa

Gezeigt haben sie den Film mehr als vierzig mal, gezahlt haben die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihm dafür meist nichts: Nun erstreitet Jost Vacano, der Kameramann von „Das Boot“, mehr Geld.

          Zum weltweiten Erfolg eines deutschen Filmklassikers hat Jost Vacano einen beachtlichen Teil beigetragen. Anständig beteiligt wurde er an dessen Vermarktung jedoch lange nicht. Nun aber hat der Chefkameramann des von Wolfgang Petersen inszenierten Kinofilms „Das Boot“ vor dem Oberlandesgericht Stuttgart eine Nachvergütung für seine Arbeit erstritten. Die Richter sprachen dem inzwischen 84 Jahre alten Vacano 315.000 Euro als „angemessene Beteiligung“ für die Ausstrahlung des Films in öffentlich-rechtlichen Sendern zu. Auch an künftigen Ausstrahlungen von „Das Boot“ muss Vacano beteiligt werden (Az.: 4 U 2/18). Die Entscheidung könnte auch in ähnlichen Fällen von Bedeutung sein.

          Den Rechtsstreit führte Vacano gegen dritte Programme der ARD, die den Film zwischen 2002 und 2016 mehr als vierzig Mal ausgestrahlt, ihn aber nicht beteiligt hatten. Das Landgericht hatte dem Kameramann 2017 in erster Instanz 77.000 Euro zugesprochen. Während Vacano dieser Betrag zu niedrig erschien, wollten die Rundfunkanstalten überhaupt keine Nachvergütung bezahlen. Das Oberlandesgericht erinnert nun in seiner Entscheidung an den sogenannten Fairnessparagraphen im Urheberrecht, der eine Vergütung für die Einräumung des Nutzungsrechts vorsieht. In einer Vereinbarung Vacanos mit der Filmproduktionsfirma war eine Beteiligung für den Kameramann festgelegt worden.

          Das Oberlandesgericht München hatte Vacano im Dezember 2017 588.000 Euro zugesprochen, die ihm die Produktionsfirma Bavaria Film, die Videoverwertungsgesellschaft sowie der WDR samt Zinsen zahlen mussten. Der Stuttgarter Prozess richtete sich gegen acht weitere Rundfunkanstalten. Eine Revision beim Bundesgerichtshof ließen die Richter zu. Als „Das Boot“ 1981 erschien, bekam Vacano 204.000 D-Mark für seine Arbeit.

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