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Michael „Bully“ Herbig : Macht er wirklich Ernst?

So wollen ihn die deutschen Kinozuschauer sehen: Michael „Bully“ Herbig in „Der Schuh des Manitu“. Bild: Allstar/Constantin Film

Michael „Bully“ Herbig will das Fach wechseln und mag kein Komiker mehr sein. Das kommt uns doch etwas bekannt und ziemlich komisch vor.

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          Michael „Bully“ Herbig hebt sich von anderen im Showbusiness ab, weil ihm bei aller Show nie das Business aus dem Blick gerät. Auch mit 47 Jahren noch jungenhaft charmant, entspannt und doch stets mit Herzblut bei der Sache, ist er ein begnadeter Verkäufer seiner Werke und seiner selbst. Dazu gehört auch die wohldosierte Produktion aufsehenerregender Schlagzeilen. Etwa die, frisch erzeugt mit Hilfe des „Zeit-Magazins“: „Schluss mit lustig: Michael Bully Herbig kündigt den Abschied als Komödiant an.“ Das klingt so, als wollte Til Schweiger ab sofort nur noch Historienromane verfassen.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Er wisse nicht, wird Herbig vorab zitiert, „ob ich mit fünfzig noch in Frauenklamotten steigen möchte. Oder auf ein Pferd.“ Mit 49 Jahren freilich - dies ist die erste Pointe der Geschichte- wird er das sehr wohl tun, denn 2017 möchte er seine alte Fernsehcomedy „Bullyparade“ ins Kino bringen. Erst danach, frühestens 2018, will sich Herbig mit Roland Emmerich an einem Thriller versuchen, der die wahre Geschichte einer DDR-Flucht mit einem Heißluftballon aufgreift. Der Mann plant langfristig.

          Die Last der Vergangenheit

          Die Last seiner glorreichen komischen Vergangenheit - 11,7 Millionen Kinobesucher für den „Schuh des Manitu“! - wird er auch bei diesem Projekt mitschleppen. So wie schon bei seinen früheren Versuchen, nicht gleich komplett Schluss mit lustig, aber doch etwas deutlich anderes zu machen. Herbig spielte Hauptrollen in den ambitionierten, fürchterlich gefloppten Komödien „Hotel Lux“ von Leander Haußmann und „Zettl“ von Helmut Dietl. Sein Feelgood-Movie „Buddy“ konnte Herbig mit 740 000 Zuschauer kaum zufriedenstellen. Die wahre Nachricht also hätte lauten müssen: Herbig dreht mit der „Bullyparade“ noch eine richtige Klamotte. Ob seine Haribo-Spots künftig als ernsthaft-schwarzweiße Kunstfilme daherkommen, können die Kollegen vom „Zeit-Magazin“ ja noch recherchieren.

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