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RBB-Chefin Schlesinger : Ein wenig zu flapsig

  • -Aktualisiert am

Investigativer Journalismus dürfte ihr eigentlich nicht fremd sein: RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Bild: dpa

Die RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ist in Turbulenzen. Das Strickmuster kennt sie. Ihre Larmoyanz ist daher fehl am Platz. Ein Gastbeitrag.

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          Seit Wochen ist Patricia Schlesinger, die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), in erheblichen Turbulenzen. Es geht um schwere Vorwürfe gegen sie selbst, ihren Ehemann Gerhard Spörl und den Verwaltungsratsvorsitzenden des RBB, Wolf-Dieter Wolf – letzterer lässt sein Amt inzwischen ruhen. Es geht um Verletzung von Compliance-Regeln, angebliche Vermischung von geschäft­lichen und privaten Dingen, um mögliches Zuschanzen eines lukrativen Vertrags für ihren Ehemann durch den Verwaltungsratsvorsitzenden. Und von Tag zu Tag, kommt Neues hinzu – Schlesinger nennt es eine Kampagne gegen ihre Person –, von den ausufernden Kosten für ein geplantes und jetzt erst mal auf Eis gelegtes digitales Medienhaus für mehr als 100 Millionen bis zur Erhöhung ihres Gehaltes um satte 16 Prozent auf 303.000 Euro pro Jahr.

          Inzwischen versuchen vom RBB beauftragte externe Compliance-Anwälte Licht ins Dunkel zu bringen und zu klären, was rechtens war und was nicht – oder was vielleicht rechtlich noch gerade okay gewesen sein mag. Ohne die Ergebnisse vorwegnehmen zu können oder zu wollen, wage ich die Prognose, dass es nicht in erster Linie nur Gut und Böse geben wird, sondern viel Grauzone und viele Auslegungsmöglichkeiten. Und die Fragen nach der Beachtung moralischer Grundsätze und nach hinreichendem Fingerspitzengefühl bleiben offen.

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