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Russlands Staatsmedien : Der umstrittene Politikberater Alexander Rahr

Auch in Deutschland als Fachmann gefragt: Alexander Rahr im Studio mit (v.l.) Peter Altmaier, Maybrit Illner, Dietmar Bartsch, Florence Gaub, Aktham Suliman Bild: ZDF

Der Politikberater Alexander Rahr tritt in den russischen Staatsmedien als deutscher Fachmann für politische Fragen auf. In „Rossija 24“ ließ er sich mit einer vieldeutigen Einordnung der Böll-Stiftung zitieren.

          4 Min.

          Der deutsche Publizist und Berater Alexander Rahr tritt in Deutschland und Russland als Fachmann auf, spricht beide Sprachen und wirkt in Gesprächsrunden wie dem Petersburger Dialog. In Deutschland hat sein Ruf in den vergangenen Jahren Schaden genommen. Grund ist die Nähe zu Präsident Wladimir Putin, inhaltlich wie beruflich. Seit 2015 berät Rahr den Konzern Gasprom. Für die vom Kreml kontrollierten Medien ist Rahr hingegen weiter der Deutschland-Spezialist der Wahl. Er verleiht bekannten Botschaften ein deutsches Gütesiegel. Wie vor einem Jahr, als er die Skripal-Vergiftung von Salisbury als „Provokation“ des Westens gegen Russland darstellte.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Jetzt hat sich Rahr über die deutsche Heinrich-Böll-Stiftung geäußert, die der Partei der Grünen nahesteht und auch in Russland tätig ist. „Sie versuchen natürlich, ihre revolutionären Ideen humanistischer Weltanschauung zu unterrichten, beschäftigen sich mit Bildung und so weiter“, sagt er in einem Beitrag des Staatsnachrichtensenders Rossija 24 von Mittwoch voriger Woche: „Darin sehen sie ihre historische, revolutionäre Pflicht.“

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