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Monika Grütters hat einen Plan : Wer rettet die Produzenten?

  • -Aktualisiert am

Mit Mikro und Maske in Corona-Zeiten: Die Schauspieler Axel Prahl (Mitte) und Jan Josef Liefers beim Interview zu den Dreharbeiten für den „Tatort“. Bild: dpa

Die Corona-Hilfe der Politik für Produktionen in Kino und Fernsehen soll kommen. Monika Grütters schlägt ein Drei-Säulen-Modell vor. Wir haben ihren Plan gesehen und stellen fest: Die Länder zögern, die Sender verweigern sich.

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          Küssen verboten, so könnte eine der goldenen Regeln an den Sets von Kino- und Fernsehproduktionen aktuell lauten. Die Dreharbeiten sind in Deutschland wieder angelaufen, allerdings mit Abstand und teilweise geänderten Drehbüchern. Anstelle in Innenräumen spielen die Szenen häufig im Freien und oft mit einer veränderten Besetzung. Bis Mitte Mai hatte die Branche laut Erhebungen der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio) mehr als vierhundert Drehabbrüche, Unterbrechungen oder Verschiebungen in Höhe eines Investitionsvolumens von einer halben Milliarde Euro zu verzeichnen. Für die höheren Kosten, die den Produzenten dadurch entstanden sind, kamen bisher zum Teil die Filmförderer der Länder oder die Fernsehsender auf. Das ZDF beispielsweise geht von Mehrkosten von wenigstens fünfzig Millionen Euro aus. Allerdings sind diese Hilfen befristet, zumeist bis zum 31. Juli. Angesichts der großen finanziellen Risiken, dass durch eine Corona-Infektion Produktionen erneut unterbrochen oder beendet werden müssen, zögern Produzenten ihre geplanten und teilweise geförderten Projekte hinaus.

          Die Kino- und Fernsehwirtschaft ist deshalb schnell auf ein Sicherungssystem angewiesen, damit existenzbedrohende Ausfallrisiken durch Covid-19 nicht allein Produktionsunternehmen schultern müssen und Finanzierungspartner wieder bereit sind, Zwischenfinanzierungen zur Verfügung zu stellen. Sogenannte Pandemieschäden werden von Versicherungen nicht gedeckt, weshalb damit verbundene Kosten die Produktionsunternehmen voll treffen würden. Die Produzentenallianz fordert einen Ausfallfonds, wie er bereits in Österreich, Frankreich, Kanada, Großbritannien oder Australien existiert. In Österreich können die Ausfallzuschüsse pro Produktion bis zu 75 Prozent der Herstellungskosten betragen. Für Christoph Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz, ist der Ausfallfonds gegenwärtig das wichtigste Thema für die Filmwirtschaft, damit die Produktion wieder voll anlaufen kann.

          Einbindung externer Versicherungsexperten

          Das Rettungspaket „Neustart Kultur“, das am 3. Juli vom Bundestag beschlossen worden ist, sieht auch fünfzig Millionen Euro für einen solchen Ausfallfonds vor. Die Produzentenallianz fordert allerdings achtzig bis hundert Millionen Euro. Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat jetzt den Entwurf des Konzepts für den Ausfallfonds erarbeitet, der dieser Zeitung vorliegt. In diesem Papier wird nur eine sehr begrenzte Zahl von Produktionen abgesichert. Die Erwartungen der Filmwirtschaft nach einem umfassenden Risikoschutz werden nicht erfüllt. So soll der Ausfallfonds nur für den Zeitraum vom 15. August 2020 bis 30. Juni 2021 „in einem klar und verbindlich begrenzten finanziellen Rahmen die Abfederung ausschließlich nicht versicherbarer, typischer Pandemierisiken übernehmen.“ Der Ausfallfonds zielt allein auf existenzbedrohende Risiken der Filmproduzenten in Deutschland.

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