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Spanien-Bild der Medien : Fußball, Mode und Urlaub

Wimmelbild: am Strand Cala Pi von Llucmajor auf Mallorca. Bild: dpa

Wenn Spanien in den internationalen Medien auftaucht, geht es selten um Politik. Dafür erscheint das Land einer Studie zufolge als Ferienparadies und „Fußballmacht“. Das sei gar nicht so schlecht.

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          Fußball ist das Thema Nummer eins in der internationalen Berichterstattung über Spanien. Mehr als ein Drittel aller Artikel drehten sich im vergangenen Jahr darum, nachdem 2020 fast alles mit der Corona-Pandemie zu tun hatte – auch der spanische Sport. In keinem anderen europäischen Land waren es in der Weltpresse so viele Fußball-Artikel.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Das geht aus der Studie „Die Präsenz Spaniens in der internationalen Presse im Jahr 2021“ hervor, die der Madrider Thinktank „Real Instituto Elcano“ veröffentlicht hat. Demnach ist der Fußballklub „Real Madrid“ nach der EU die zweitwichtigste Institution, mit der das Land in ausländischen Medien in Verbindung gebracht wird. Die mediale Reduzierung Spaniens auf eine Fußballmacht halten die Forscher jedoch für keine Schwäche in der Außendarstellung. Insgesamt habe die spanische Politik weniger Beachtung als in den Vorjahren gefunden, aber „Fußball vermittelt ein positives Bild von Spanien, in dem Belastbarkeit, Teamwork, körperliche Ertüchtigung, Wettbewerbsfähigkeit und Erfolg dominieren“.

          2021 wurden in der Weltpresse laut der Untersuchung 291 198 Artikel veröffentlicht, in denen Spanien und das Spanische erwähnt werden. In Europa steht das Land demnach an fünfter Stelle, was die Berichterstattung außerhalb seiner Grenzen angeht, nach Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien. Polen, dessen Bevölkerung ähnlich groß ist wie die Spaniens, liegt auf Platz 11. In Deutschland stößt Spanien auf großes Interesse. Das gilt auch für Themen, die nichts mit Fußball zu tun haben. Das deutsche Interesse an Spanien ist größer als im Vereinigten Königreich, woher traditionell die meisten Urlauber kommen. Im vergangenen Jahr fanden in Deutschland der Migrantenansturm auf die spanische Exklave in Ceuta und der Vulkan-Ausbruch in La Palma größere mediale Aufmerksamkeit.

          Wenn es um die spanische Wirtschaft geht, sticht die internationale Berichterstattung über den Mode-Konzern Zara hervor, der schon längere Zeit die bekannteste Marke des Landes außerhalb Spaniens ist. Dieses Mal ging es insbesondere um die Tochter des Gründers, die die Führung des Inditex-Konzerns übernahm, zu dem Zara gehört. Zufrieden stellt die Studie fest, dass die Berichterstattung über den für die spanische Wirtschaft überlebenswichtigen Tourismus im vergangenen Jahr positiver ausfiel als im Jahr davor. Der Anteil der Nachrichten, die den Tourismus mit Covid in Verbindung brachten, lag im Jahr 2021 bei 17 Prozent, 2020 war es doppelt so viel. Spanien kehre nach unruhigen Jahren, die vom Katalonien-Konflikt und der Pandemie geprägt waren, im Ausland medial wieder zur Normalität zurück, heißt es.

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