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Cyberkrieg : Die digitale Atombombe entschärfen

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Der amerikanische Präsident Joe Biden und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin bei einem Treffen in Genf am 16. Juni Bild: AP

Als die Präsidenten Biden und Putin sich gerade trafen, ging es auch darum, Krieg im Internet zu verhindern. Daran muss selbst China liegen. Was tut die EU? Ein Gastbeitrag.

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          Das Thema Cybersicherheit war bei den jüngsten Gipfeltreffen allgegenwärtig. Zwar gab es keine konkreten Vereinbarungen, klar aber ist: Der Wertekonflikt zwischen Demokratie und Autokratie vertieft sich. Und er wird mehr und mehr im Cyberspace ausgetragen. Ob dieser Konflikt in ein digitales Desaster mündet oder in konstruktive Bahnen gelenkt werden kann, ist offen. Die Einsicht scheint aber zu wachsen, dass ein globaler Cyberkrieg nicht geführt werden sollte, da er nicht zu gewinnen ist. Die Pandemie hat vor Augen geführt, wie abhängig die Welt von funktionierenden Netzwerken ist. Insofern ist es vernünftig, dass die Präsidenten Biden und Putin in Genf vereinbart haben, einen Cyberdialog zu starten. Es wäre nicht überraschend, wenn es den auch bald mit den Chinesen gäbe. Über den gerade erst etablierten EU-US-Technologierat wären die Europäer in diese Verhandlungsarchitektur eingebunden.

          Die Erwartungen sollten nicht allzu hoch sein. Die Gegensätze sind erheblich, und das Misstrauen ist groß. Da die wechselseitigen Abhängigkeiten sind, sind die Handlungsoptionen begrenzt. Strategische Stabilität im Cyberspace zu erreichen ist aber nicht unrealistisch, verlangt jedoch eine aktive, innovative und vorausschauende Diplomatie.

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