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Grenzen für die Tech-Giganten : Deutschland muss Amerika heilen helfen

  • -Aktualisiert am

Trump-Unterstützer beim Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar dieses Jahres. Bild: AFP

Warum Plattformkonzerne wie Facebook, Google oder Twitter die Demokratie gefährden, hat der Sturm aufs Kapitol gezeigt. Europa kann dem entgegentreten und ein Zeichen für die Welt setzen. Ein Gastbeitrag.

          7 Min.

          Warum Facebook für die Demokratie zur Bedrohung geworden ist, hat das Unternehmen vergangene Woche der ganzen Welt veranschaulicht. Um ein neues australisches Gesetz zu umgehen, das Facebook dazu zwingen soll, für die Verbreitung journalistischer Inhalte zu zahlen, entschied das Unternehmen vorsorglich, alle Medienerzeugnisse auf der Plattform zu sperren. Dahinter stand eine kühle wirtschaftliche Rechnung: Journalistische Inhalte, so Facebook, machen nur vier Prozent aller Beiträge auf der Plattform aus, bringen also vergleichsweise wenig Klicks. Was aber zählt, ist das Klickvolumen, denn Facebook macht seine Milliarden, indem es Werbeplätze verkauft. Je mehr Klicks, desto mehr Umsatz – ganz egal, welche Art von Inhalten da geteilt wird.

          Also entschied der Konzern, die Australier auf dem Höhepunkt der Pandemie von allen seriösen Nachrichtenquellen abzuschneiden. Facebook entließ die australische Regierung erst aus dem Schwitzkasten und erklärte sich zu Gesprächen mit Politik und Verlagen bereit, nachdem dem Gesetzentwurf alle Zähne gezogen worden waren. Die unmissverständliche Botschaft: Die Verlage brauchen Facebook, aber Facebook braucht die Verlage nicht.

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