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Lernen mit „Assassin’s Creed“ : Ging es so bei den alten Griechen zu?

  • -Aktualisiert am
Nur ein Klick, und die Zusatzinformationen sind abrufbar, etwa zum Priestertum im antiken Athen.
Nur ein Klick, und die Zusatzinformationen sind abrufbar, etwa zum Priestertum im antiken Athen. : Bild: Screenshot F.A.Z./Ubisoft

Auch der Alltag griechischer Frauen, die Arbeit auf den Weizen- und Weinfeldern oder die Orte berühmter Schlachten werden zum Thema (dort heißt der Guide Herodot, die Schlachtverläufe werden mit Hilfe von Fahnen erläutert). Am Ende jeder Tour steht ein Multiple-Choice-Quiz, bei dem auch falsche Antworten mit reformpädagogischer Geduld erläutert werden.

Dieses Quiz, das der Sicherung des Wissens dient und bei Erfolg neue Avatare, also Spielfiguren verspricht, konnte es im ersten Versuch einer Spielergänzung durch wissenschaftlich kuratierte Führung innerhalb der Kulissen des Gaming-Blockbusters „Assassin’s Creed“ noch nicht geben, sagt Ubisoft-Historiker Maxime Durand, den wir am Rande eines Vortrags in Köln getroffen haben. „Beim Ägypten-Abenteuer 2017 (,Assassin’s Creed Origins‘) gab es im Hauptspiel noch keine Dialog-Optionen. Sie wurden erst für ,Assassin’s Creed Odyssey‘ 2018 entwickelt, wodurch sich für uns die Möglichkeit zum Einbau eines Quiz bot.“ Sichtbare Guides am Anfang und Ende jeder Führung, die es beim Lernmodus zum „Origins“-Teil nicht gab, sind nun sinnvoll. Ein weiterer Unterschied zur ersten Ausgabe der „Entdeckungstour“ ist der Umfang der Führungen; mit durchschnittlich fünfzehn Minuten sind sie etwas länger als beim Vorgänger, die Gesamtzahl der Touren wurde jedoch halbiert, was durch mehrere hundert winzige „Entdeckungsorte“ wettgemacht wird. Vieles wirkt konzeptionell durchdachter als im Vorgänger.

Auch der Titel wurde verändert: Statt „Discovery Tour by Assassin’s Creed“ heißt es nun „Discovery Tour by Ubisoft“ – eine Reaktion darauf, dass viele Eltern und Lehrer schon bei der Erwähnung von „Assassin’s Creed“ die Schotten dicht machen, obwohl es im Bildungsreisemodus so unblutig zugeht wie auf einer Butterfahrt.

Vom Alltagsleben handelt die „Discovery Tour: Antikes Griechenland“ selbstredend auch.
Vom Alltagsleben handelt die „Discovery Tour: Antikes Griechenland“ selbstredend auch. : Bild: Screenshot F.A.Z./Ubisoft

Maxime Durand, der gleich nach dem Studium bei Ubisoft anheuerte, begleitet die Reihe seit 2010, und fast genauso alt sind die Anregungen videospielender Pädagogen, die Spielwelt für Unterrichtszwecke umzuarbeiten. Der Beschluss für einen originellen Nachfolger der Geschichtsdatenbank „Animus“, die es seit jeher gab, fiel aber erst nach der Veröffentlichung von „Assassin’s Creed: Unity“ (2014), dessen Bild der Französischen Revolution in Frankreichs Öffentlichkeit lautstark diskutiert wurde. Durand zufolge hatten er und Creative Director Jean Guesdon damals fast gleichzeitig die Idee, mit einem Tour-Modus auf das offenbar sehr starke öffentliche Interesse am historischen Hintergrund der „Assassin’s Creed“-Abenteuer zu reagieren. Für „Origins“ konnte das mit acht externen Fachhistorikern umgesetzt werden. Für „Odyssey“ brauchte es bereits achtzehn Experten, die Ubisoft (wo nunmehr drei festangestellte Historiker arbeiten) an Universitäten und Museen ausfindig machte und um Texte für die Stationen bat.

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