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Wegen Islamkritik : Ausgaben von F.A.Z. und „Figaro“ in Ägypten verboten

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Wegen des Vorwurfs der Beleidigung des Islams hat Ägypten Ausgaben des französischen „Figaro“ und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verboten. In der F.A.Z. vom 16. September war die kriegerische Verbreitung des Islam dargestellt worden.

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          Wegen des Vorwurfs der Beleidigung des Islams hat Ägypten Ausgaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der französischen Zeitung „Figaro“ verboten. Die betreffenden Nummern der beiden Zeitungen dürften nicht ins Land gebracht werden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena an diesem Sonntag unter Berufung auf einen Erlaß des Informationsministers Anas al-Feki.

          Die Blätter hätten Artikel veröffentlicht, die den Islam verunglimpften, hieß es in dem Mena-Bericht. In ihnen sei behauptet worden, daß die islamische Religion mit dem Schwert verbreitet worden sei und der islamische Prophet Mohammed ein Prophet des Bösen sei. Der Minister habe betont, er werde keine Veröffentlichungen erlauben, die den Islam beleidigten oder zu Haß oder Geringschätzung irgendeiner Religion aufriefen. Der Schritt ist ungewöhnlich, weil ausländische Zeitungen oder Magazine in Ägypten nur selten verboten werden.

          Kein Zusammenhang mit Papstrede

          In der beanstandeten Ausgabe der F.A.Z. vom 16. September hatte der Greifswalder Althistoriker Egon Flaig die islamische Geschichte als kriegerische Ausbreitung der Religion dargestellt (siehe auch: Der Islam will die Welteroberung). Im ihrem Verlauf habe der Islam Andersgläubige grausam unterdrückt. „Wie der Nationalsozialismus die Menschen in Herren- und Untermenschen auf rassischer Basis spaltete, so hat es die Scharia auf religiöser Basis getan“, schrieb Flaig. Als erste Weltreligion habe der Islam eine Apartheid geschaffen und riesige Territorien religiös „gesäubert“. Die Pogrome im christlichen Europa blieben in ihren Ausmaßen hinter jenen der islamischen Welt zurück.

          Die Meldung der ägyptischen Agentur brachte die Zeitungsartikel nicht mit der Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI. in Zusammenhang, die in der muslimischen Welt Kritik und Empörung ausgelöst hatte. Anstoß hatte vor allem eine Passage erregt, in der Benedikt einen byzantinischen Kaiser mit den Worten zitierte, Mohammed habe nur Schlechtes gebracht und die Verbreitung des Glaubens mit dem Schwert vorgeschrieben. Inzwischen hat der Papst mehrfach klargestellt, daß er sich diese Aussagen nicht zu Eigen mache.

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