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Änderungen auf Websites : Weniger Infos für Facebook

Facebook: begehrt bei Nutzern, aber auch bei datenhungrigen Unternehmen Bild: dpa

Jetzt haben auch die ersten Website-Betreiber zu viel von der Datensammlung von Facebook. Sie schränken den Zugriff des Social-Media-Riesen auf ihre Nutzerdaten ein.

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          Facebook-Nutzer stört seit Jahren, dass das Unternehmen massenhaft ihre Daten sammelt. Jetzt rüsten sich auch die Betreiber von Websites dagegen, ihre Nutzerdaten wie bisher an Facebook weiterzugeben. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben einige große Online-Auftritte ihre Seiten so umprogrammiert, dass eine bestimmte Art Datenfluss Richtung Facebook nur noch eingeschränkt möglich ist. Andere erwägen diesen Schritt.

          In der kommenden Woche will Facebook eine Werbeplattform namens Atlas eröffnen, die den Anzeigenkunden nicht nur bei Facebook selbst je nach Nutzerprofil passgenaue Werbung verkaufen soll, sondern auch anderswo im Netz. Seit drei Monaten lässt sich das Unternehmen eine neue Technik zur Anreicherung seiner Nutzerprofile gestatten. Wer über verschiedene Geräte ins Internet geht, erschwert Facebook seine Wiedererkennung, weil die dafür bislang nötigen Cookies in den Browsern abgelegt werden. Deshalb liest Facebook neuerdings Pixel, kleine Code-Schnipsel in den weitverbreiteten Like- und Share-Funktionen, aus. Dies ermöglicht es dem Unternehmen über alle Geräte hinweg, einzelne Nutzer zu identifizieren. Bei Atlas sollen diese Daten jetzt vermarktet werden.

          Alle drehen durch

          Auch wenn journalistische Angebote es schätzen, dass Leser ihre Beiträge über Facebook anderen empfehlen oder Online-Händler durch die Auswertung der Nutzerdaten mögliche Kunden gezielter ansprechen können: Die einen fürchten, dass die auf ihren Seiten gewonnenen Daten letzten Endes Facebook dazu nützen, ihnen Werbekunden abspenstig zu machen und direkt ins soziale Netzwerk zu ziehen, und die anderen sehen sogar die Gefahr, mit diesen Daten letztlich auch die eigene Konkurrenz zu stärken.

          Wie das Wall Street Journal von den Entwicklern der Datenschutz-Software Ghostery erläutern lässt, nehme der Einsatz von Facebook-Pixeln bei einigen bekannten Angeboten im Internet ab, darunter bei den Auftritten der New York Times oder von Abercrombie & Fitch. Das kann verschiedene Gründe haben - Facebook selbst vermutet treuherzig, es gehe wohl um die Schnelligkeit des Seitenaufbaus.

          Dass es letztlich um die Weitergabe von Nutzerdaten gehen könnte, bestätigen allerdings die Beobachtungen des Chef-Entwicklers eines Unternehmens, das Software zur Nutzerdatenverwaltung anbietet. Vivek Vaidya von Krux Digital wird mit den Worten zitiert, die Neuerung bei Facebook lasse alle durchdrehen, und das zu Recht.

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