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Gelöschter Beitrag zu Laschet : WDR weist „Spiegel“-Bericht als „unwahr“ zurück

  • Aktualisiert am

Armin Laschet am 16. Januar in Berlin beim virtuellen Parteitag der CDU Bild: Reuters

Der „Spiegel“ wirft dem WDR vor, der Sender habe einen Radiobeitrag über den NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet zum Hambacher Forst gelöscht. Der WDR hält dagegen. Ein heimlich aufgenommenes Video von Laschet habe „keinen Newswert“ gehabt.

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          Der WDR hat die Darstellung der Zeitschrift „Der Spiegel“ zurückgewiesen, der Sender habe einen kritischen Radiobeitrag über den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU), in dem er sich aufgebracht über die Aktivisten im Hambacher Forst äußert, gelöscht. Der „Spiegel“ berichte „tendenziös“ und „unwahr“, gab der WDR am Samstagmorgen in einer „So verhält es sich wirklich“ überschriebenen Mitteilung an.

          Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass der Radiobeitrag ein heimlich aufgenommenes Video thematisierte. Dieses dokumentiere Laschets Aussage, er habe 2018 „einen Vorwand“ gebraucht, um das Braunkohlegebiet räumen zu lassen. Der fragliche Beitrag wurde im September 2019 ins Netz gestellt, nach wenigen Stunden aber wieder entfernt.

          Der WDR teilte dazu mit, das Video sei im Netz zirkuliert und „an mehreren Stellen bekannt“ gewesen. „Die angebliche Kernaussage – ,Ich brauche einen Vorwand‘ – habe „damals schon keinen Newswert mehr“ besessen. Der WDR und andere hätten „längst berichtet, dass die Landesregierung einen Vorwand für die Räumung des Forstes gesucht hatte“. Auch der NRW-Innenminister Reul habe bereits zuvor in einem Interview mit dem WDR-Magazin „Westpol“ vom 30. August 2019 gesagt, dass es darum gegangen sei, „im Brandschutz eine Rechtsgrundlage zu haben“.

          Man habe also „keine Ausschnitte eines offenbar verdeckt mitgeschnitten Videos veröffentlichen“ müssen, „um das noch zu beweisen“: „Wenn man sich entscheidet, solches Material zu verwenden, braucht man einen triftigen Grund und den hatten wir nicht. Also hat die Fachredaktion den angebotenen Beitrag mit Verweis auf die journalistische Sorgfaltspflicht abgelehnt“, so der WDR. Nach Darstellung des „Spiegel“ habe der Justitiar des WDR die Veröffentlichung des Radiobeitrags seinerzeit für richtig befunden.

          Zu sehen ist auf dem Video nach Angaben des WDR, wie „mehrere Menschen“ Laschet „bedrängen“ und das „offensichtlich unbemerkt“ mitschneiden. Es sei zu hören, wie sie den NRW-Ministerpräsidenten „über mehrere Minuten“ wegen des Hambacher Forstes zur Rede stellten. Laschet sage „unter anderem: ,Ich brauche einen Vorwand, sonst kann man da nicht tätig werden. Ich wollte den Wald räumen.‘“ Außerdem sei die Aussage Laschets zu hören: „Ich beende es ja! Im Gegensatz zu SPD und Grünen rette ich diesen Wald. Sie werden es erleben, und ich steige aus der Kohle aus.“

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