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Kündigung nach Vorwürfen : WDR und Fernsehspielchef Henke einigen sich außergerichtlich

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Hat auch als „Tatort“-Koordinator fungiert: Gebhard Henke, ehemaliger Fernsehspielchef der WDR Bild: dpa

Gebhard Henke galt als einer der mächtigsten Männer im deutschen Fernsehgeschäft. Der WDR hatte ihm wegen „glaubhafter Vorwürfe sexueller Belästigung“ gekündigt. Jetzt wurde der folgende Rechtsstreit beigelegt.

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          Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und sein Fernsehfilmchef Gebhard Henke haben sich außergerichtlich auf eine Trennung geeinigt. „Nachdem das Vertrauensverhältnis zwischen dem WDR und Prof. Henke nicht mehr herzustellen ist, haben die Parteien entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden“, teilte der WDR an diesem Montag im Namen beider Seiten in Köln mit. Die Parteien hätten sich auf eine gütliche Beilegung des Arbeitsrechtsstreits geeinigt. Über den genauen Inhalt der Vereinbarung wurde nichts mitgeteilt. „Zu dem Vergleich werden wir keine Erklärungen abgeben“, teilte Henkes Anwalt Peter Raue mit. „So haben wir es vereinbart.“

          Der WDR hatte Henke, der auch als „Tatort“-Koordinator fungierte, vor rund einem Monat gekündigt. Als Grund nannte der größte ARD-Sender damals „glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs“. Sein Anwalt hatte daraufhin erklärt, Henke werde gegen die Kündigung Rechtsschutz beim Arbeitsgericht nachsuchen. Henke bestreitet die Vorwürfe.

          Ein ursprünglich für diesen Montag geplanter Termin am Arbeitsgericht Köln wurde nach Angaben eines Gerichtssprechers abgesagt. Zuvor hatte „Spiegel Online“ über die außergerichtliche Einigung berichtet. Henke war seit 1984 beim WDR tätig. Er galt als einer der mächtigsten Männer im deutschen Film- und Fernsehgeschäft.

          Der WDR hatte bereits im Mai einem Mitarbeiter wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung fristlos gekündigt. Die frühere Gewerkschafts-Chefin Monika Wulf-Mathies untersucht, wie der Sender in der Vergangenheit mit Hinweisen auf sexuelle Belästigung umgegangen ist.

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