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WDR streicht Film : Middelhoff durfte mitreden

  • Aktualisiert am

Thomas Middelhoff im Oktober 2017 Bild: WITTEK/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Das wäre ins Auge gegangen: Der WDR nimmt einen Film über Thomas Middelhoff aus dem Programm. In letzter Minute stellte sich heraus, dass der frühere Manager bei dem Film Mitsprache hatte und vorher sehen durfte.

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          Man könnte sagen, das sei für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk doch ein wenig peinlich und der WDR habe in letzter Minute einen Eklat vermieden: Der Sender verzichtet darauf, am morgigen Donnerstagabend eine Dokumentation über den früheren Manager Thomas Middelhoff auszustrahlen. Der Film „Menschen hautnah: Thomas Middelhoff - Absturz eines Topmanagers“ sollte um 22.40 Uhr gesendet werden. Jetzt wird er aus dem Programm genommen - weil herausgekommen ist, dass Middelhoff bei dem Film Mitsprache hatte.

          „Aus Gründen der Transparenz“ wolle man „den Hintergrund dieser Entscheidung offenlegen“, teilte der WDR mit. Anlass sei „eine bestehende vertragliche Vereinbarung zwischen Thomas Middelhoff und dem Produzenten“. Von deren konkretem Inhalt habe die Redaktion erst kurz vor der Ausstrahlung erfahren.

          „Die vertragliche Vereinbarung zwischen dem Produzenten und Thomas Middelhoff räumt letzterem das Recht auf Mitsprache beim Drehbuch ein und darauf, den fertigen Film vor Ausstrahlung zu sehen“, so der WDR weiter. „Vereinbarungen wie diese“ widersprächen „den journalistischen Grundregeln des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ und seien „für den WDR
          nicht akzeptabel.“

          Auch der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) wollte die Dokumentation zeigen - am ersten Adventssonntag. Der Sender hat den Film nach Angaben eines Sprechers aber ebenfalls aus dem Programm gestrichen.

          In der Dokumentation sind unter anderem Interviews mit Middelhoff, seiner Mutter, seiner ehemaligen Sekretärin und früheren Kollegen aus der Zeit zu sehen, als er noch ein hoch bezahlter Top-Manager war. Middelhoff war im November 2014 vom Landgericht Essen wegen Untreue zu Lasten des ehemaligen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Am vergangenen Donnerstag, 16. November, wurde der Vierundsechzigjährige nach Verbüßung von knapp zwei Dritteln seiner Strafe aus der Haft entlassen.

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