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Nach „Tagesthemen“-Kommentar : WDR stellt Strafanzeige wegen Morddrohung

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„Perfide Drohgebärden dieser Art werden uns nicht davon abhalten, unseren Job als Journalisten zu machen“: WDR-Intendant Tom Buhrow Bild: dpa

Der WDR-Redakteur Georg Restle hat in einem Kommentar in den „Tagesthemen“ die Nähe zwischen den rechtsextremistischen „Identitären“ und der AfD betont. Die Reaktionen reichen bis zur Morddrohung.

          Nach einem AfD-kritischen Kommentar in den „Tagesthemen“ ist Georg Restle, Leiter der Redaktion „Monitor“ beim WDR, schweren Beleidigungen und Angriffen im Netz ausgesetzt. Nach einer Morddrohung gegen Restle hat der Sender jetzt Strafanzeige erstattet. Das Schreiben ist dem Anschein nach dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen.

          „Dass es eine Morddrohung gegen einen unserer Journalisten gibt, entsetzt und erschüttert mich“, sagt WDR-Intendant Tom Buhrow zu dem Vorgang. „Wir tun alles, um unseren Kollegen – wie alle anderen auch – zu schützen und ihn zu unterstützen. Georg Restle ist ein ausgezeichneter investigativer Journalist, der die politische Landschaft in Deutschland kritisch begleitet. Perfide Drohgebärden dieser Art werden uns nicht davon abhalten, unseren Job als Journalisten zu machen. Meinungsfreiheit und Pressefreiheit sind ein hohes Gut. Wer das nicht akzeptiert, ist ein Feind der Demokratie.“

          Am 11. Juli hatte Georg Restle in einem „Tagesthemen“-Kommentar die AfD als „parlamentarischen Arm einer rechtsextremistischen Bewegung“ bezeichnet. Aus Anlass der Einstufung der „Identitären“ als „rechtsextremistische Bewegung“ durch den Verfassungsschutz kommentierte Restle deren Nähe zur Partei: „Was bei den 'Identitären' Ideologie ist, ist bei der AfD quasi Programm“, sagte er: „Wer dieses Nazi-Netzwerk also schwächen will, darf der AfD keinen Raum, keine Bühne und erst recht keine Stimme geben.“

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