Rundfunkaufsicht : Lästig

„Das sind wir nicht, so verstehen wir uns nicht“, sagte der Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, Rolf Zurbrüggen, am vergangenen Mittwoch auf der Sitzung des Gremiums. Was er meint, ist die Kritik, welche die erfahrenen Räte Gerhart Baum und Jürgen Bremer geübt haben (F.A.Z. vom 11. August): Der Rundfunkrat lasse sich oft in eine defensive Haltung drängen und von den Senderverantwortlichen vortragen, was Sache sei. Dabei sei mehr Mitgestaltung an der Programmpolitik und Kontrolle nötig, wolle man nicht als „Abnickverein“ gelten. Folgt man Zurbrüggen, ist das alles ganz anders. Beim WDR seien die Gremien „gut ausgestattet“, die Bedingungen, unter denen die Geschäftsstelle arbeite, seien „exzellent“.
So sieht es auch der Intendant und ARD-Vorsitzende Tom Buhrow und verweist darauf, dass in der Gremiengeschäftsstelle zehn Mitarbeiter tätig seien. Das gebe es sonst nirgends in der ARD. „Die Zeiten, wo man sagte, Aufsicht ist lästig, sind ja wohl vorbei“, so Buhrow. Er sei „froh über diese Aufsicht. Kleinteilige Aufsicht ist oft genug anstrengend, aber sie macht uns besser.“ Das klingt gut, ganz anders als beim RBB, wo Intendantin und Verwaltungsratsvorsitzender Zwielichtiges ausgeheckt haben und der Rest der Gremien schlief.
Wollen wir sehen, dass das beim WDR ganz anders ist, etwa, wenn es mal wieder um die Sanierung des Filmhauses geht, die mit 80 Millionen Euro veranschlagt war und nun bei 240 Millionen Euro liegt. Dass der WDR zu teuer baut, hatte die Gebührenkommission KEF moniert und 69 Millionen Euro geplante Ausgaben nicht anerkannt. Dass beim WDR alles klappt, was beim RBB schiefgeht, glauben wir gern. Unter Beweis stellen dürfen das die Gremien des Senders aber auch.
