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Rapper auf Einkaufstour : Was fängt Kanye West mit dem Netzwerk Parler an?

  • -Aktualisiert am

Perfektes Match? Kanye West, der sich jetzt „Ye“ nennt, will Parler kaufen Bild: Reuters

Bei Twitter flog er raus: Der Rapper „Ye“, ehemals Kanye West, will das Netzwerk Parler kaufen. Dort könnte er ungestört von der „jüdischen Weltverschwörung“ schwafeln.

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          Ein neues Internet für Konservative“ nannte CNN kürzlich den Trend steinreicher Amerikaner, soziale Netzwerke zu gründen oder zu kaufen, um sich als Verteidiger der Meinungsfreiheit zu profilieren. Nach Donald Trump mit seinem „Truth Social“ und Elon Musk mit seiner möglichen Übernahme von Twitter machte nun der Rapper (und kurzzeitige Präsidentschaftskandidat) Kanye West, der jetzt unter dem Namen „Ye“ firmiert, mit der Ankündigung auf sich aufmerksam, er wolle das rechtskonservative Netzwerk Parler kaufen. „In einer Welt, in der konservative Meinungen als brisant wahrgenommen werden, müssen wir unser Recht auf freien Ausdruck sichern“, sagte Ye. Parlers Mutterfirma Parlement Technologies zufolge soll die Akquise im vierten Quartal 2022 abgeschlossen werden.

          Twitter hatte Ye in der vergangenen Woche wegen antisemitischer Tweets suspendiert. Der 45-Jährige hatte geschrieben: „I’m going death con 3 on jewish people“, womöglich ein Verweis auf das fünfstufige US-Alarmsystem Defcon (für Defense Readiness Condition, etwa: Zustand der Verteidigungsbereitschaft). Weiter hieß es in dem wirren Tweet: „Lustig, dass ich gar nicht antisemitisch sein kann, weil schwarze Leute ja jüdisch sind.“ Als Twitter all dies als Verstoß gegen die Verhaltensregeln wertete, schrieb Ye: „Die jüdischen Medien haben mich blockiert.“ Ihm zur Seite sprang eine weitere afroamerikanische Provokateurin: die rechtskonservative Kommentatorin Candace Owens. Sie hatte behauptet, die Black-Lives-Matter-Demonstranten nach dem Tod von George Floyd habe George Soros bezahlt, sie leugnet den Klimawandel und Trumps Wahlniederlage. Sie befand, „keine ehrliche Person“ könne Yes Tweets antisemitisch finden. Owens, die bereits zuvor bei öffentlichen Streitigkeiten zwischen Ye und seiner Ex-Frau Kim Karda­shian über die vier Kinder des Paares Partei für Ye ergriffen hatte, ist mit dem Chef von Parler, George Farmer, verheiratet.

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