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Bundeskanzler Olaf Scholz : Weder Stasi-Opfer noch Agent

  • -Aktualisiert am

Bild aus anderen Tagen: Olaf Scholz (Mitte) bei einer FDJ-Veranstaltung in Wittenberg im September 1987 Bild: Hubertus Knabe

Etliche Medien haben berichtet, dass Bundeskanzler Olaf Scholz jahrelang vom DDR-Staatssicherheitsdienst bespitzelt worden sei. Diese Behauptung ist falsch. Das zeigt ein Blick in die Stasi-Unterlagen. Ein Gastbeitrag.

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          Unterschiedlicher könnte das Framing kaum ausfallen: Nachdem die „Bild“-Zeitung am 13. Januar über Stasi-Unterlagen zu Bundeskanzler Olaf Scholz berichtet hatte, titelte „Spiegel.de“: „DDR-Geheimdienst bespitzelte Scholz während seiner Juso-Zeit jahrelang“. Auch die Deutsche Presse-Agentur schrieb, Scholz „wurde als einstiger Juso-Funktionär in den 80er-Jahren von der DDR-Staatssicherheit bespitzelt“. Ganz anders dagegen der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen. Auf der Plattform Gettr schrieb er: „‚Bespitzelt‘? Ein Juso-Funktionär wurde vom MfS nicht ‚bespitzelt‘, weil er keine werthaltigen Informationen hatte. Es ging um etwas anderes: die Anwerbung als Perspektivagent für das MfS oder das KGB.“

          Die Geschichte wird zugespitzt

          Beide Darstellungen fanden im Internet weite Verbreitung. Googelt man die Begriffe „Scholz“ und „Stasi“, stößt man auf Dutzende einschlägiger Berichte. Sogar englischsprachige Seiten griffen die Meldung auf. Dabei hatte außer „Bild“-Chefreporter Hans-Wilhelm Saure keiner der Berichterstatter die Stasi-Unterlagen gesehen.

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