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Anschalten zum Abschalten : Was hinter „Slow Radio“ und „Slow TV“ steckt

  • -Aktualisiert am

Der Blick ins Feuer entspannt – auch wenn es nur auf dem Bildschirm flackert. Bild: 60033314 © Peter Menzel / Agent

„Slow Radio“ und „langsames Fernsehen“ finden weltweit Fans. Woher kommt der Trend? Was fasziniert Menschen daran, stundenlang Waldgeräuschen zu lauschen?

          3 Min.

          Ein leises Zirpen, das Rascheln von Blättern. In der Ferne singt ein Vogel, irgendwo knackt ein Ast. Die Geräuschkulisse eines gewöhnlichen Waldspaziergangs? Oder die neueste Ausgabe einer BBC-Radiosendung? Beides ist richtig, was wiederum zu der Frage führt: Warum sollte ausgerechnet die BBC, das Flaggschiff des britischen Journalismus und die weltweit vielleicht am meisten geachtete öffentliche Medienanstalt, einen Teil ihres Radioprogramms mit nichts weiter als Waldklängen füllen? Die Antwort führt in die Welt von „Slow Radio“ und „Slow TV“ – Trends, die in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten und Kanada entstanden, in Norwegen durchschlagenden Erfolg hatten und seither weltweit neue Anhänger finden.

          Eines der neueren Glieder in dieser Kette ist der Kultursender BBC Radio 3. Dort versucht man sich schon seit einiger Zeit an „Slow Radio“, was den Intendanten des Kanals sogar zu der Aussage verleitete, der Sender sei „das natürliche Zuhause“ für diese Art von Programm. Der Name „Slow Radio“ leitet sich sowohl von der langen Sendedauer als auch vom natürlichen langsamen Tempo des übertragenen Materials ab. Anstatt einer mehrstündigen Übertragung eines Rockkonzerts findet der Zuschauer oder Zuhörer beispielsweise eingangs beschriebene Naturlaute oder „vergessene Klänge“ wie das Rattern einer mechanische Schreibmaschine. Ein typisches „Slow TV“-Format sind dagegen Mitschnitte von Zugfahrten, wie sie die ARD mit der inzwischen eingestellten Reihe „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ im Nachtprogramm hatte.

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