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Philosoph Alain Finkielkraut : Was hat er über den Kindesmissbrauch gesagt?

Wird ihm ein Interview zum Verhängnis? Der französische Philosoph Alain Finkielkraut Bild: AFP

Stärkt er das Gesetz des Schweigens? Nach dem Missbrauchsskandal um den Politologen Olivier Duhamel wird dem Philosophen Alain Finkielkraut ein Fernsehinterview zum Verhängnis.

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          Die Sendung lief um zwanzig Uhr, zu Gast war der Philosoph Alain Finkielkraut. Seit ein paar Monaten ist er vertraglich an den Nachrichtensender „LCI“ gebunden. Zu dessen regelmäßigen Kommentatoren gehörte auch der Politologe Olivier Duhamel. Nachdem seine Stieftochter Camille Kouchner in einem Buch den Vorwurf erhoben hatte, er habe ihren Zwillingsbruder im Alter von dreizehn oder vierzehn Jahren immer wieder zum Sex gezwungen, ist Duhamel von allen seinen Posten zurückgetreten. Der Skandal erschüttert die französischen Eliten – und Finkielkraut ist zu einem Kollateral-Opfer geworden. Am Tag nach der Sendung gab „LCI“ bekannt, man werde die Zusammenarbeit beenden. Finkielkrauts Aussagen, so die Begründung, hätten die „Grenzen der argumentierenden, respektvollen Debatte“ gesprengt.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Von den vier französischen Nachrichtensendern gehört „LCI“ zu den zwei weniger hysterischen, die nicht systematisch auf den spektakulären Schlagabtausch und Skandal setzen. Genauso wenig gehört der erfahrene Journalist David Pujadas zu den Moderatoren, die ihre Gesprächspartner zu Aussagen verleiten, die für Twitter-Stürme sorgen. Als „verbrecherische Tat“, als „sehr schlimm“ und „unentschuldbar“ bezeichnete Alain Finkielkraut die Taten Olivier Duhamels, der angeblich für einen Gutenachtkuss zu seinem Stiefsohn ins Zimmer ging und eine Fellatio verlangte. So hat es die Zwillingsschwester des Opfers – beide sind wie der Täter Kinder von Ministern – in ihrem Buch beschrieben.

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