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Online-Angebot schließt : „Wall Street Journal Deutschland“ kein Kerngeschäft

  • Aktualisiert am

Die gedruckte Ausgabe für Europa des Wall Street Journal wird es weiterhin geben. Bild: Lisowski, Philip

Nach gut zwei Jahren stellt der amerikanische Medienkonzern Dow Jones das deutschsprachige Angebot des „Wall Street Journal“ wieder ein. Es hatte zu wenige Leser.

          Der amerikanische Medienkonzern Dow Jones stellt das erst Anfang 2012 gestartete Online-Angebot „Wall Street Journal Deutschland“ zum Jahresende ein. „In Europa schließen wir die deutschsprachige Website und unseren Service in türkischer Sprache“, teilte Gerard Baker, Chefredakteur des „Wall Street Journal“, Mitarbeitern am Mittwoch in einer internen E-Mail mit.

          Dow-Jones-Chef William Lewis erklärte in einem Memorandum an die Belegschaft, dass beide Angebote nicht zum Kerngeschäft zählten, auf das sich das Unternehmen künftig konzentrieren wolle. Man müsse sich auf Bereiche konzentrieren, die „reif für Wachstum“ erschienen. Gleichwohl wolle man die Redaktionsbüros in Deutschland und in der Türkei behalten.

          Fünfzig bis sechzig Jobs fallen weg

          Von der Schließung des Online-Angebots und anderer Dienste sind nach Angaben des „Wall Street Journals“ fünfzig bis sechzig Mitarbeiter betroffen. Für den Mutterkonzern Dow Jones mit all seinen Töchtern arbeiten insgesamt rund fünftausend Mitarbeiter.

          Für den englischsprachigen Web-Auftritt WSJ.com bestünden noch Wachstumsmöglichkeiten, schreibt der Dow-Jones-Chef Lewis. Beim amerikanischen Mutterhaus werden noch weitere Geschäftsbereiche eingespart, unter anderem das „Sonntags-Journal“ des „Wall Street Journal“ und die klassischen Radiodienste. Die Entscheidungen seien „nicht leicht“ gefallen, so Lewis.

          „Ich bin sehr traurig“, sagte Ralf Drescher, Chefredakteur des deutschsprachigen WSJ-Angebots, im Gespräch mit dem Mediendienst „Newsroom.de“. Auf  Twitter bedankte sich Drescher für den Zuspruch, versah seinen Dank allerdings mit dem Hinweis „Hättet Ihr mal alle ein Abo des @WSJDeutschland“ gekauft.

          Am Beispiel des „Wall Street Journal“ lässt auch sich erkennen, welche Schwierigkeiten es bereiten kann, Online-Nachrichtenangebote bezahlpflichtig zu machen. Das „Wall Street Journal“ hatte damit experimentiert – und zu wenige Leser und Abonnenten gefunden. Bei den monatlichen Visits stieß WSJ.de nach den vorliegenden IVW-Zahlen nur zeitweilig knapp in den siebenstelligen Bereich vor.

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