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Hetze im Internet : Der schmutzige Wahlkampf

Im Fernsehen, wie hier beim letzten Triell, traten die Kandidaten mit offenem Visier an. Im Netz wird aus dem Hinterhalt geschossen. Bild: dpa

Sie finden der Kampf ums Kanzleramt zwischen Baerbock, Laschet und Scholz sei eine müde Sache, langweilig und gebremst? Die Kampagnen im Netz zeigen etwas anderes.

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          Zwei Tage vor der Bundestagswahl liegt die SPD Meinungsumfragen zufolge immer noch vorn. Union und Grüne, die im Frühjahr obenauf schienen, haben massiv Federn gelassen. Eine Erklärung dafür lautet: Die SPD hat auf den richtigen Kanzlerkandidaten gesetzt, Union und Grüne haben die falschen. Olaf Scholz hat keine Fehler gemacht, Annalena Baerbock und Armin Laschet haben das in Serie. Scholz hat seine Partei – die ihn als Vorsitzenden nicht wollte – hinter sich, die Grünen beißen die Zähne zusammen, in der Union beginnt die CSU mit der Dekonstruktion des eigenen Lagers schon vor dem Wahltag. Das beherrscht die Wahrnehmung der Medien und die Stimmung im Land, wie sehr, werden wir am Sonntag kurz nach achtzehn Uhr wissen.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Das ist eine Erklärung, für die, schaut man auf die inneren Prozesse der Parteien, viel spricht. Es gibt aber auch eine andere, und die hat mit Stimmungsmachern im Internet zu tun, mit Falschbehauptungen und Hass und Hetze, mit einem schmutzigen Wahlkampf à la Donald Trump, betrieben von Amateuren und Profis, die wissen, wie man mit nur wenigen tausend Leuten bei Telegram, Twitter und TikTok eine Welle machen kann, auf die dann auch Journalisten abfahren, weil sie denken, dort äußere sich ungefiltert Volkes Stimme, dabei ist der Prozess gezielt gesteuert. Von solchen Kampagnen war Olaf Scholz wenig betroffen, sehr viel mehr aber waren es Annalena Baerbock und Armin Laschet.

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