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Vorwurf gegen Kai Diekmann : Sexuelle Belästigung?

Ein neuer Job, der ihn allerdings kaum ausfüllen dürfte: Der ehemalige „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann. Bild: dpa

Eine Mitarbeiterin des Springer-Verlags behauptet, der „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann habe sie sexuell belästigt. Diekmann weist den Vorwurf als unwahr zurück. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt.

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          Eine Mitarbeiterin des Springer-Verlags erhebt gegen den „Bild“-Herausgeber Kai Diekmann den Vorwurf sexueller Belästigung. Sie gibt, wie zunächst der „Spiegel“ berichtete, an, bei einer Veranstaltung mit Führungskräften des Verlages, die im vergangenen Sommer stattfand, beim Baden belästigt worden zu sein. Diekmann weist den Vorwurf als unwahr zurück.

          Michael Hanfeld

          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Bei Springer heißt es auf Anfrage, man habe sich umgehend nach dem Bekanntwerden des Vorwurfs damit befasst und externe Rechtsberater mit einer sehr aufwendigen Untersuchung beauftragt. Diese habe zum Ergebnis gehabt, dass mit den dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Mitteln der Prüfung kein strafbares Verhalten feststellbar sei. Um den Vorgang rechtsverbindlich klären zu lassen, habe man die zu dem Vorgang vorhandenen Erkenntnisse und Unterlagen vollständig der Staatsanwaltschaft übermittelt – mit dem Einverständnis von Kai Diekmann. Das geschah im vergangenen Herbst. Unmittelbar danach habe die Mitarbeiterin gegen Diekmann Strafanzeige gestellt. Die Staatsanwaltschaft Potsdam bestätigte den Eingang einer Anzeige und dass sie ermittle.

          Diekmanns Anwalt Otmar Kury sagte: „Der gegen Herrn Diekmann erhobene Vorwurf ist haltlos und wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsbehörden.“ Zum Jahreswechsel hatte Diekmann bekannt gegeben, dass er seinen Posten des „Bild“-Herausgebers zum 31. Januar abgibt. Diese Entscheidung, heißt es bei Springer, habe mit dem jetzt bekannt gewordenen Vorwurf gegen Diekmann nichts zu tun. Seinen Entschluss, eine neue berufliche Herausforderung zu suchen, habe er mit dem Vorstand des Unternehmens schon 2015 besprochen, sein Wechsel vom Chefredakteur zum Herausgeber in der „Bild“-Gruppe Anfang des vergangenen Jahres sei der erste Schritt gewesen.

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