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ESC 2019 : Vielleicht ja doch in Israel

Gewann mit dem Song „Toy“ in Lissabon: Netta Barzilai Bild: dpa

Israel soll den Eurovision Song Contest 2019 ausrichten. Doch dann schien aus Finanznot alles verloren. Jetzt gibt es wieder Hoffnung.

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          Im Mai 2017 vergab Moderator Ofer Nachshon ein letztes Mal beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) die Punkte für Israel. „Heute Nacht ist unsere letzte Nacht, bald wird IBA seine Übertragung für immer einstellen.“ Nach 44 Jahren schien eine weitere Teilnahme Israels ausgeschlossen zu sein, denn nur Mitglieder der Europäischen Rundfunkunion (EBU) sind startberechtigt. Und da die Israel Broadcasting Agency (IBA) ihren Sendebetrieb einen Tag nach dem Finale des Eurovision Song Contest in Kiew, am 14.Mai 2017, einstellte, verlor das Land diese Berechtigung.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ein Jahr später war Israel zurück beim Song Contest, und Netta Barzilai gewann sogar mit „Toy“ in Lissabon. Die von der Regierung Benjamin Netanjahu abgewickelte öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt IBA, die nach siebzig Jahren als veraltet, ineffektiv und teuer galt, hatte einen Nachfolgesender bekommen, die am 15. Mai 2017 neugegründete Israeli Public Broadcasting Corporation mit dem Markennamen Kan (hebräisch für „hier“). Kan hat die EBU-Vollmitgliedschaft beantragt, durfte als vorläufiges Mitglied aber auch schon am ESC 2018 teilnehmen.

          Und der Sender darf eigentlich auch den nächsten Wettbewerb austragen, allerdings droht er seit Mai immer wieder zu scheitern. Netanjahu politisierte den Song Contest zunächst unnötig, indem er auf Jerusalem als Austragungsort bestand. Auch wollte der Ministerpräsident Einfluss auf Inhalte bei Kan nehmen mit einem Gesetzentwurf, der die Nachrichtenredaktion ausgliedern sollte. Kan hätte keine tagesaktuellen Informationsprogramme mehr selbst produzieren können. Damit wären eine EBU-Mitgliedschaft und ein Song Contest in Israel unmöglich gewesen. Um beides nicht zu gefährden, lenkte Netanjahu im Juni schließlich ein: Künftig werde seine Regierung auf jegliche weitere politische Einmischung verzichten. Der Austragungsort soll nun bis September ermittelt werden, beworben haben sich neben Jerusalem auch Tel Aviv und Eilat.

          Das Hickhack ging aber weiter, denn die Europäische Rundfunkunion erwartete noch eine finanzielle Zusage von zwölf Millionen Euro, was etwa der Hälfte der Gesamtkosten entsprechen soll. Weder Kan noch die Regierung waren dazu bereit. Erst in letzter Minute lenkten nun beide am Dienstag ein, wie die Zeitung „Haaretz“ berichtete. Der Sender nimmt einen Kredit auf, das Finanzministerium verpflichtet sich, den Betrag zu decken, falls der Wettbewerb nicht stattfinden kann, sei es wegen Erdbeben, Krieg oder antizionistischer Boykotte.

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